Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Reiche Frau mit Kuh bestattet

Von Angelika Franz

Der Bestattungsprunk ist einzigartig in Europa: Forscher haben ein Frauengrab mit einer Kuh gefunden. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Eine neue Theorie zu Stonehenge, die Quelle altertümlicher Tätowierungen, und ein Bier der Etrusker kommt auf den Markt.

+++ Reiche Frau bekam Kuh mit ins Grab +++

Grab: Frauengebeine und Kuhskelett Zur Großansicht
Duncan Sayer

Grab: Frauengebeine und Kuhskelett

"Wahrlich bizarr" nannten die Archäologen, was sie in einem Grab auf einem angelsächsischen Friedhof in Cambridgeshire fanden. In der Grube lagen eine Frau - und eine Kuh. Zunächst hielten die Ausgräber von der Manchester Metropolitan University und der University of Central Lancashire die Skelette für einen Mann und ein Pferd. Es kam gelegentlich vor, dass Männer mit ihren Pferden bestattet wurden - 31 solcher Begräbnisse sind aus Britannien bekannt.

Das Begräbnis einer Frau mit ihrer Kuh ist jedoch einzigartig in ganz Europa. Die Frau war offensichtlich reich. Neben Broschen war ihr Leichnam mit Hunderten Perlen aus Bernstein und Glas geschmückt. An ihrem Gürtel hing ein Schlüsselbund - wahrscheinlich ein Indiz dafür, dass sie gemeinschaftliche Vorräte kontrollierte. Auch die Kuh wird ein Zeichen ihres Reichtums gewesen sein. Kühe waren im späten fünften Jahrhundert ein wertvolles Gut. Sie galten als Symbol für Wohlstand und Macht. Eine davon für ein Begräbnis herzugeben, bedeutete ein großes Opfer.

Erst recht für eine Frau: "Der Fund ist unglaublich früh für das Grab einer Frau mit so offensichtlichem Reichtum", kommentiert Ausgräber Duncan Sayer von der University of Central Lancashire den Fund. "Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder in meinem Leben etwas so Bedeutendes finden werde."

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insgesamt 9 Beiträge
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1.
atech 30.06.2012
Zitat von sysopEine neue Theorie zu Stonehenge...
solange sich zu den archäologischen Funden nicht auch Schriftstücke auf Steintafeln oder was auch immer gesellen, wie sie die alten Ägypter hinterliessen, auf denen zu lesen ist, was sich die Ahnen bei der Erbauung dieser Anlage oder jenes Grabes, etc., dachten, werden wir es nie wissen. So einfach ist das.
2.
elbezet 30.06.2012
Zitat von sysopDer Bestattungsprunk ist einzigartig in Europa: Forscher haben ein Frauen-Grab mit einer Kuh gefunden. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Eine neue Theorie zu Stonehenge, die Quelle altertümlicher Tätowierungen, und ein Bier der Etrusker kommt auf den Markt. Stonehenge und Ausgrabung: Reiche Frau mit Kuh bestattet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,841694,00.html)
- jetzt weis ich warum einige Menner sagen; "du alte Kuh" !
3. Da dürften Sie
Tiananmen 30.06.2012
Zitat von atechsolange sich zu den archäologischen Funden nicht auch Schriftstücke auf Steintafeln oder was auch immer gesellen, wie sie die alten Ägypter hinterliessen, auf denen zu lesen ist, was sich die Ahnen bei der Erbauung dieser Anlage oder jenes Grabes, etc., dachten, werden wir es nie wissen. So einfach ist das.
lange warten, bis aus der Zeit vor 3000 v.Chr. Schriftdokumente irgendwelcher Art aus Europa gefunden werden, die den archäologischen Funden erläuternd beigelegt sind. Selbst die Ägypter taten sich um diese Zeit noch schwer mit ihrer Schrift.
4. Reiche Frau mit Kuh bestattet
nasowas21 30.06.2012
. Aha Na dann Demnächst heisst das dann: 'Reiche Kuh mit Frau bestattet'
5.
Oberleerer 30.06.2012
Wenn eine transportable Sonnenuhr "Compass Dyall" heist, dann ist die Beschreibung: "Schlug man sie im rechten Winkel auf und richtete sie entsprechend nach der Sonne aus, so warf ein Zeiger in der Mitte seinen Schatten auf die Markierung der korrekten Uhrzeit. " schicht falsch. Wie soll man dann eine Sonnenuhr nach der Sonne ausrichten um dann den Sonnenstand abzulesen? Ohne jetzt der Spezialist zu sein, würde ich vermuten, dass in der runden Öffnung ein kleiner Magnetkompass steckte, nach dem die Uhr ausgerichtet werden mußte. Warum können sich die Fachjournalisten bei solchen Fachbeiträgen nicht mal selber fachliche Gedanken über ihren Artikel machen?
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