Rakete im Eigenbau Mit Kerzenwachs in die Stratosphäre

Die Treibstoffmischung aus Süßstoff, Kerzenwachs und Aluminiumpulver brennt nur 23 Sekunden - genug für einen Europarekord: Nachwuchsforscher haben eine Rakete mit ungewöhnlichem Antrieb in die Stratosphäre geschickt.

TU Delft

Länger als vier Jahre haben 40 Studenten an dem Projekt gearbeitet. Vor einem Jahr schien es bereits gescheitert - eine erste Rakete war beim Start verunglückt. Jetzt hat es geklappt.

21,4 Kilometer hoch ist ihre Rakete "Stratos II+" gestiegen, so hoch wie keine von Amateuren gebaute Rakete in Europa zuvor. Von Spanien aus haben sie das Geschoss bis in die Stratosphäre geschickt, jener sauerstoffarmen Schicht oberhalb der lebensfreundlichen Troposphäre.

Nachwuchswissenschaftler der Technischen Universität Delft in den Niederlanden haben die Rakete entwickelt. Mehr als eine halbe Million Computersimulationen des Starts hatten sie vorsichtshalber durchgeführt. Nach dem missglückten Start des Vorgängermodells "Stratos II" im vergangenen Jahr herrscht nun große Freude bei den Niederländern.

Die sieben Meter lange Rakete wird von einer Hybrid-Stufe angetrieben, also einer Kombination verschiedener Stoffe: Stickoxide kommen zum Einsatz, sowie eine Treibstoffmischung aus Süßstoff, Kerzenwachs und Aluminiumpulver. 23 Sekunden dauere es, bis der Stoff verbrannt sei, berichten die Nachwuchsforscher.

Das neue Ziel der Studentengruppe: Eine Rakete zu bauen, die es 100 Kilometer Höhe schafft, also bis an die Grenze zum Weltall aufsteigt.

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Film aus der Ferne: Per Ballon ins All

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insgesamt 14 Beiträge
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Rubyconacer 21.10.2015
1. Mentos mit Cola
brächte sie 200km hoch. Respekt!
patrick6 21.10.2015
2. Das wird wohl kein...
...'Wachs' gewesen sein (das ist das, was aus der Biene rauskommt) sondern eher Stearin. Oder Paraffin.
practicus 21.10.2015
3. Schon zu meiner Schulzeit in den 60ern
haben zwei Mitschüler einen Jugend-forscht-Preis für eine vergleichbar leistungsfähige Rakete aus Zeitungspapier erhalten. Die fertige zweistufige Rakete durfte wegen "luftrechtlicher Probleme" nicht gestartet werden, angepeilt war eine Höhe von +15.000 Meter, Das Ding bestand aus in Natriumsilikat getränktem Papier für die Hülle und mit Natriumchlorat getränktem Papier als Treibstoff. Die Grundstufe hat mehrere Flüge auf über 5.000 Meter absolviert...
schlipsmuffel 22.10.2015
4. Und wozu
bitte ist das nun gut, ausser daß die Studenten auf einen (teuren) Rekord verweisen können? Demnächst bauen sie ein Schiff das schwimmt! Satelliten wurden auch schon vorher gestartet, Verwertbarwe Luftaufnahmen haben sie auch nicht, also wozu?
krokodoll 22.10.2015
5. Na gut.
Sagt mir bitte Bescheid, wenn die Gravitation nicht mehr nur mit dem Rückstossprinzip überwunden wird.
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