Teilchenbeschleuniger am Cern LHC erzeugt Mini-Urknall

Der Start des Teilchenbeschleunigers LHC war von Pannen überschattet. Inzwischen hat die Forschung an der Riesenmaschine begonnen. Im November konnten die Physiker im Experiment Zustände wie beim Urknall herstellen.

Cern-Apparatur zur Herstellung schwerer Ionen: Forscher lassen Bleipartikel kollidieren
dpa

Cern-Apparatur zur Herstellung schwerer Ionen: Forscher lassen Bleipartikel kollidieren


Das lange Warten hatte im November ein Ende: Am Large Hadron Collider (LHC) am Kernforschungszentrum Cern in Genf begann eine neue Reihe von Experimenten. Physiker ließen im größten Teilchenbeschleuniger der Welt schwere Blei-Atomkerne aufeinanderprallen. Dadurch sollten Bedingungen entstehen, wie sie kurz nach dem Urknall herrschten - wenn auch nur in einem winzigen Maßstab.

Die Kollisionen erzeugten winzige Feuerbälle, die unvorstellbare zehn Milliarden Grad heiß waren. Es seien "die höchsten Temperaturen und größten Dichten, die jemals in einem Experiment erreicht worden sind", sagte David Evans von der University of Birmingham, der am "Alice"-Detektor des LHC arbeitet. Unter diesen Bedingungen existieren keine Atome mehr. Protonen und Neutronen, aus denen Atomkerne bestehen, zerfallen in ihre Bausteine: Es bildet sich eine Art Plasma aus sogenannten Quarks und Gluonen.

Mithilfe dieser Gluonensuppe wollen Physiker mehr über die sogenannte Starke Wechselwirkung herausfinden. Sie zählt zu den vier fundamentalen Naturkräften und sorgt dafür, dass die Elementarteilchen sich aneinander binden.

Zurück zur Übersicht

wbr



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.