Tepcos Krisenfahrplan Retten, was zu retten ist

Tepcos Fahrplan zur Fukushima-Reparatur stößt auf Kritik: Umweltschützer nennen ihn schlicht unseriös. Auch die Gesellschaft für Reaktorsicherheit hat das Vorhaben analysiert - zwar sei es generell sinnvoll, doch es drohten Unwägbarkeiten. Das größte Hindernis versteckt sich im Keller von Reaktor 2.

REUTERS/ TEPCO

Von Cinthia Briseño


Wochenlang herrschte auf der Großbaustelle am havarierten AKW Fukushima I verzweifeltes Chaos, eine Hiobsbotschaft jagte die andere. Ein leckender Sicherheitsbehälter, Arbeiter, die sich Verbrennungen durch hochradioaktives Wasser zuzogen, radioaktive Partikel, die ins Meer strömen. Lange Zeit war die Lage auf der Anlage unübersichtlich, über den Zustand der Brennstäbe konnten die Atomexperten nur rätseln.

Sechs Wochen nach der Erdbebenkatastrophe und dem Tsunami vom 11. März formt sich aus dem Durcheinander langsam so etwas wie eine organisierte Bewältigung des Nukleardesasters. Erstmals hatte am Wochenende der Betreiber Tepco einen Krisenfahrplan für die nächsten Monate vorgestellt. Doch seitdem hagelt es Kritik.

Abgeordnete im Parlament warfen Tepco-Chef Masataka Shimizu ein schlechtes Krisenmanagement vor, die japanische Opposition machte die Regierung mitverantwortlich und forderte den Rücktritt von Ministerpräsident Naoto Kan. Umfragen japanischer Tageszeitungen ergaben, dass die Mehrheit der Japaner mit dem Vorgehensplan von Tepco nicht zufrieden sind.

"Was Tepco sagt, ist einfach unseriös"

Auch Umweltschützer reagierten zornig: Der Krisenplan beruhe auf unbekannten Grundlagen, erklärte der Energieexperte Christoph von Lieven. Das Urteil des Greenpeace-Aktivisten: "Was Tepco hier sagt, ist einfach unseriös." Klar sei derzeit nur, dass trotz der ergriffenen Maßnahmen weiter Radioaktivität aus der Anlage trete.

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AKW Fukushima: Gespenstische Atom-Ruine
Experten von der deutschen Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) halten dagegen: "Der Plan macht Sinn", sagt Michael Maqua im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Wir haben alle Vorhaben Tepcos hier ausführlich diskutiert und sind der Meinung, dass sie in einer logischen und richtigen Reihenfolge angesetzt sind." Der Krisenplan des Betreibers, so der GRS-Nuklearexperte, mache einen guten Gesamteindruck. Ähnlich optimistisch hatte die japanische Atomaufsichtsbehörde Nisa den Plan verteidigt. Er sei das, was unter den gegenwärtigen Umständen möglich sei, so Sprecher Hidetaka Nishiyama. Nur Schritt für Schritt könne man alle auftretenden Probleme lösen - eine Abkürzung gebe es nicht.

Die Leidtragenden des nuklearen Desasters, für das es keine Abkürzung gibt sind jene 80.000 Menschen, die in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima wohnten. Ihr altes Leben, das wird für sie jeden Tag mehr zur bitteren Gewissheit, werden sie vermutlich nie wieder führen können. Nun hat ihnen die Regierung den Zutritt in die Sperrzone endgültig versagt. Nur noch mit einer Genehmigung und unter staatlicher Aufsicht dürfen sie zurück in ihre Häuser, um ihre restlichen Habseligkeiten zu retten.

Retten, was zu retten ist. Das versucht auch Tepco mit seinem Krisenfahrplan. Das frühere Leben der Anwohner aber ist vermutlich für immer verloren. Gerade einmal zwei Power-Point-Folien sind es, auf denen der Betreiber grafisch die Maßnahmen für die nächsten neun Monate zusammenfasst. Maßnahmen, die die Lage am AKW Fukushima Daiichi wieder unter Kontrolle bringen sollen - die Situation der betroffenen Anwohner in absehbarer Zeit aber wohl kaum verbessern dürften.

"Die Erwartungen an den Zeitplan Tepcos sollte man sicherlich nicht zu hoch hängen", räumt Sven Dokter, Sprecher der GRS ein. In toto sei der Plan zwar plausibel, doch ob man das angepeilte Ziel von neun Monaten einhalten könne, lasse sich kaum einschätzen. Der Grund: Der Plan beinhaltet viele Unwägbarkeiten. Die riskanteste Stelle versteckt sich nach Meinung der GRS-Experten in Reaktor 2.

Dort hatte man in den Turbinenhallen im Keller des Gebäudes Wasser entdeckt, dessen Strahlenbelastung enorm hoch ist. 1000 Millisievert pro Stunde wurden gemessen. Wer sich sechs Stunden dieser Strahlung aussetzt, ist fast sicher dem Tod geweiht. Für dieses Wasser gibt es nach Auffassung aller Experten nur eine Erklärung: Die hochradioaktive Brühe sickert aus einem noch unentdeckten Leck.

Will man den Austritt von Radioaktivität weiter verringern, muss man das Leck abdichten. "Doch Tepco weiß nicht, wo es sich befindet", sagt der Nuklearexperte Maqua. In drei Monaten will Tepco dieses Problem angeblich gelöst haben. Maqua hält das für zu optimistisch. Der Abzug der Roboter aus dem Reaktor habe gezeigt, wie schwierig es sein wird, dieses Loch zu finden. Vermutet wird es ebenfalls tief unten im Gebäude, an einer der Verbindungsleitungen zwischen dem Sicherheitsbehälter und den kugelförmigen Kondensationskammern.

"Wie in einer Waschküche"

Der erste Versuch, mit ferngesteuerten Robotern in das Innere des Reaktors 2 vorzudringen aber war gescheitert. Massenweise Dampf wabert in dem Gebäude, die Kameras der Roboter beschlagen, eine Orientierung ist unmöglich. "Da drinnen ist es wie in einer Waschküche", sagt Maqua. Wohlgemerkt: Zwar könnte man ihn nach Auffassung des GRS-Experten theoretisch mit großen Ventilatoren wegblasen. Doch auch der Dampf ist vermutlich radioaktiv kontaminiert und deshalb nicht einfach handzuhaben. Obwohl am Eingang zum Reaktor eine vergleichsweise niedrige Strahlungsintensität von 4,8 Millisievert pro Stunde gemessen worden waren, müsse man davon ausgehen, so Maqua, dass sie weiter im Inneren um ein Vielfaches höher sein könnte.

Menschen nach dem Leck suchen zu lassen, wäre zu gefährlich. In den Reaktorblöcken 1 und 3 betrug die gemessene Radioaktivität sogar bis zu 57 Millisievert pro Stunde. "Um ehrlich zu sein, war ich erschrocken, als ich diese Zahlen sah", hatte Haruki Madarame, Vorsitzender der japanischen Atomsicherheitskommission (NSC) auf einer Pressekonferenz gesagt. "Diese Ergebnisse machen es mir sehr schwer, Arbeiter zu bitten, in die Reaktoren zu gehen und ihren Job zu machen."

Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
Alpha-, Beta- und Gammastrahlen
DPA
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.
Becquerel: Einheit der Aktivität
Eine Substanz ist dann radioaktiv, wenn sie zerfällt und dabei Strahlung aussendet. Um anzugeben, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, benutzt man den Begriff der Aktivität (A). Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen und gibt die Strahlung an, die eine Substanz innerhalb einer bestimmten Zeit durch Zerfall erzeugt. Per Definition entspricht ein Becquerel einem Zerfall pro Sekunde. Je schneller eine Probe zerfällt, desto intensiver strahlt sie also.
Gray: Einheit der Energiedosis
Weiß man, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, sagt das noch nichts darüber aus, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirkt. Dafür ist es wichtig zu bestimmen, wie viel Energie von einer bestimmten Masseneinheit des Körpers absorbiert wird. Angegeben wird die absorbierte Energiedosis (D) in der Einheit Gray (Gy), wobei ein Gray der Energiemenge von einem Joule pro Kilogramm entspricht.
Sievert: Einheit der Äquivalentdosis
Um die biologische Wirksamkeit der radioaktiven Strahlung auf den Körper anzugeben, benutzt man anstelle der Energiedosis den Begriff der Äquivalentdosis (H). Sie berücksichtigt die Tatsache, dass verschiedene Arten von Strahlen ganz unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. So ionisiert Alphastrahlung bei weitem mehr Moleküle als etwa Betastrahlen - und richtet deshalb eine größere Zerstörung im Körper an. Daher wird jede Strahlungsart mit Hilfe einer physikalischen Größe gewichtet, dem sogenannten Strahlenwichtungsfaktor. Gemessen wird die Äquivalentdosis in Sievert (Sv). Sie ergibt sich aus der Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlenwichtungsfaktor. 1 Sievert (Sv) sind 1000 Millisievert (mSv). 1 Millisievert sind 1000 Mikrosievert (µSv).
Sievert pro Zeit: Einheit der Strahlenbelastung
Um die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung auf den Körper genauer einschätzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie lange eine bestimmte Dosis auf den Körper einwirkt. Daher wird die Strahlenbelastung meist in Sievert pro Zeiteinheit gemessen. Also etwa Millisievert pro Jahr oder Mikrosievert pro Stunde. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also 0,24 Mikrosievert pro Stunde. Im Schnitt kommen zwei Millisievert pro Jahr durch künstliche Quellen von Radioaktivität hinzu. Den Löwenanteil dazu steuert die Medizin bei.
Von Becquerel zu Sievert: Der Dosiskonversionsfaktor
Die Strahlenbelastung von Böden oder in Lebensmitteln etwa wird in Becquerel pro Quadratmeter oder Becquerel pro Kilogramm angegeben. Doch was bedeutet dieser Wert für die Auswirkungen auf den Körper? Um eine Beziehung zwischen Aktivität und Äquivalentdosis herstellen zu können, gibt es den sogenannten Dosiskonversionsfaktor. Er hängt unter anderem von der Art der Strahlung und der radioaktiven Substanz ab, sowie von der Art, wie die Strahlung in den Körper gelangt (Inhalieren, Aufnahme durch die Nahrung). So entspricht die Aufnahme von 80.000 Becquerel Cäsium 137 mit der Nahrung einer Strahlenbelastung von etwa einem Millisievert. Der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 4000 Becquerel Cäsium 137 pro Kilogramm hat beispielsweise eine Belastung von 0,01 Millisievert zur Folge. Das lässt sich mit der Belastung durch Höhenstrahlung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria vergleichen.
EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel
Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt - die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU - und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.
Unabhängig von möglichen Strahlenschäden zeichnet sich inzwischen ab: Die Tepco-Männer stoßen an ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen. Ein japanischer Arzt sagte am Donnerstag, die Fukushima-Helfer, die seit Wochen unter Extrembedingungen arbeiten, seien am Ende ihrer Kräfte.

Selbst wenn Tepco das Loch in Reaktor 2 zeitnah findet - es ferngesteuert abzudichten, könnte nach Ansicht der GRS-Experten zur nächsten Hürde werden. Möglicherweise könnte dieses Vorhaben auch scheitern. "Dann müsste man das Gebäude im Ganzen versiegeln", sagt Maqua. Das sei technisch zwar möglich, aber enorm aufwendig und könnte den Zeitplan um weitere Wochen verschieben.

Derweil wirft Greenpeace dem Stromkonzern Tepco vor, mit der Lage nicht zurande zu kommen. Radioaktive Strahlung trete trotz der ergriffenen Maßnahmen weiter aus der Atom-Ruine. In der Tat sehen Tepcos Pläne in Phase I, also innerhalb der nächsten drei Monate, lediglich vor, das Austreten von Radioaktivität kontinuierlich zu verringern.

Am Donnerstag gab Tepco bekannt, dass das hochradioaktive Wasser, das Anfang des Monats aus dem AKW ins Meer gesickert war eine Strahlendosis von geschätzt 5000 Terabecquerel hatte. Das entspricht dem 20.000-fachen der erlaubten Jahresmenge. Immerhin: Am 6. April war es den Tepco-Männern gelungen, jenes Leck im Kanalschacht von Reaktor 2 abzudichten, durch das radioaktive Wassermassen unkontrolliert ins Meer geströmt waren. Wie Tepco nun meldet, sollen es 520 Tonnen gewesen sein.

Viele aber haben den Glauben an Tepcos Informationen längst verloren. Vor Wochen hatte Greenpeace bereits begonnen, unabhängige Strahlenmessung in den umliegenden Gebieten des zerstörten AKW durchzuführen. Jetzt holen die Umweltschützer Verstärkung zu Wasser: Die "Rainbow Warrior", das Flaggschiff der Aktivisten ist bereits auf dem Weg um die Verseuchung des Meerwassers zu prüfen.

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Seite 1
andresa 21.04.2011
1. ich
...denke ehrlich gesagt nicht, dass man den Aussagen der Tepco-Experten trauen sollte. Besser man hört auf unabhängige Wissenschaftler. Hier http://le-bohemien.net/2011/04/17/uber-die-physik-der-atomkraft-3/ gibt ein deutscher Physiker im Tiefeninterview wertvolle Einblicke in Bezug auf Risiken und Gefahren..sowohl im Fall Fukushima als auch beim Thema Kernkraft im Allgemeinen.
lalito 21.04.2011
2. tja
So langsam bleiben nur noch die alten Volksweisheiten: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Frage mich eh, wie man 70%, 40% und 30% geschmolzene Brennelemente in Reaktoren feststellt, wenn noch nicht mal der Roboter durch die Eingangstür Tür kommt.
Moxxo 21.04.2011
3. ...
Zitat von andresa...denke ehrlich gesagt nicht, dass man den Aussagen der Tepco-Experten trauen sollte. Besser man hört auf unabhängige Wissenschaftler. Hier http://le-bohemien.net/2011/04/17/uber-die-physik-der-atomkraft-3/ gibt ein deutscher Physiker im Tiefeninterview wertvolle Einblicke in Bezug auf Risiken und Gefahren..sowohl im Fall Fukushima als auch beim Thema Kernkraft im Allgemeinen.
Die Aufnahmen des Roboters aus Block 3 sehen ja eigentlich noch ganz gut aus - die Halterungen der Steuerstäbe sind anscheinend unbeschädigt und intakt, was auf eher geringfügigen Schaden durch die Explosionen schließen lässt. Nur sind die Wasserstoffexplosionen eben nicht das Hauptproblem. Zudem ist mehr als fraglich, wie viel überhaupt noch an die Öffentlichkeit geht - Tokio hat die Nachrichtensperre ja mittlerweile offiziell bestätigt. Und wie es in den Reaktoren selbst aussehen mag, kann man höchstens mutmaßen.
Harald E, 21.04.2011
4. Krisenfahrplan
Zitat von andresa...denke ehrlich gesagt nicht, dass man den Aussagen der Tepco-Experten trauen sollte. Besser man hört auf unabhängige Wissenschaftler. Hier http://le-bohemien.net/2011/04/17/uber-die-physik-der-atomkraft-3/ gibt ein deutscher Physiker im Tiefeninterview wertvolle Einblicke in Bezug auf Risiken und Gefahren..sowohl im Fall Fukushima als auch beim Thema Kernkraft im Allgemeinen.
In diesem Fall, glaube ich Tepco. Man will, man möchte, könnte, vielleicht wahrscheinlich... Aber ganz sicher, die Grenzwerte heraufsetzen....muss man ja, wenn's kaum noch was unter den alten Grenzwerten gibt. Mehr ist nicht !! Und dass Experten der Gesellschaft deutscher Reaktorsicherheit (GRS) dieses Krisenfahrplan-Geschwurbel als "sinnvoll" empfinden, beantwortet auch die Frage, was man hierzulande bei einem Super-GAU zu erwarten hat (nicht hätte!) Bei Gefahren für Leib und Leben, sind diese Leutchen immer etwas unbedarft. Nur ihre Gewinne.....und vor allem die Verluste, wenn's nicht nach ihrem Kopf geht....die kriegen sie auf Heller und Pfennig genau zusammengerechnet.
FTAASO 21.04.2011
5. -
Zitat von Harald EIn diesem Fall, glaube ich Tepco. Man will, man möchte, könnte, vielleicht wahrscheinlich... Aber ganz sicher, die Grenzwerte heraufsetzen....muss man ja, wenn's kaum noch was unter den alten Grenzwerten gibt. Mehr ist nicht !! Und dass Experten der Gesellschaft deutscher Reaktorsicherheit (GRS) dieses Krisenfahrplan-Geschwurbel als "sinnvoll" empfinden, beantwortet auch die Frage, was man hierzulande bei einem Super-GAU zu erwarten hat (nicht hätte!) Bei Gefahren für Leib und Leben, sind diese Leutchen immer etwas unbedarft. Nur ihre Gewinne.....und vor allem die Verluste, wenn's nicht nach ihrem Kopf geht....die kriegen sie auf Heller und Pfennig genau zusammengerechnet.
Was genau erwarten Sie denn? Dass Tepco oder sonstwer die Superlösung aus der Schublade zieht? Eins-Zwei-Drei und in vier Wochen ist alles OK? Haben Sie denn einen solchen Plan? verraten Sie uns den? Ehrlich gesagt stelle ich mir die Fragen bei der ganzen Berichterstattung. Das war mehr als ein GAU, also nichts mehr, was geplant oder vorausgedacht war. Das ist ja das Problem mit der Atomkraft - das Risiko ist nicht begrenzbar. Nun ist der "Super-GAU" eingetreten und natürlich hat niemand einen fertigen Plan. Natürlich kann man nur versuchen(!) das Ganze irgendwie(!) in den Griff zu bekommen - bzw. den ohnehin gigantischen Schaden wenigstens etwas zu begrenzen. Es ist traurig, dass es eines zweiten Super-GAUs bedurft hat, bis das den Leuten aufgefallen ist und es ist noch trauriger, dass noch immer einige die Atomkraft für "voll OK" halten. Traurig, OK - aber sicher nicht überraschend, dass nun keine Zauberlösung bereit steht. Tepco mag man kritisieren, weil die offenbar mangelnde Sicherheit hingenommen haben, die Regierung(en), weil sie Atomkraft zulassen. Aber für die Rettungsaktion vermag ich niemanden mehr zu kritisieren - ich bin ehrlich positiv erstaunt über alles, was noch über "100m Beton draufkippen" hinausgeht.
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