Testflug des US-Militärs Unbemannter Shuttle landet nach sieben Monaten

Eine unbemannte Raumfähre des US-Militärs hat eine siebenmonatige Testmission im Erdorbit beendet. Was "X-37B" an Bord hatte, ist nicht bekannt - Kritiker befürchten den Beginn der Aufrüstung im Weltraum.

USAF

Washington - Gut sieben Monate war "X-37B" im Erdorbit. Am frühen Freitagmorgen ist der unbemannte Shuttle auf der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien gelandet, berichtet das US-Militär.

Eine "Atlas V"-Rakete hatte der von Boeing gebaute Shuttle am 22. April vom Luftwaffenstützpunkt in Cape Canaveral in Florida ins All gebracht. Über die Details der Mission schweigt die Luftwaffe, so ist auch nicht bekannt, ob der Gleiter etwas ins All transportiert hat. "X-37B" ist rund neun Meter lang und fünf Tonnen schwer, in seinem Laderaum würden mehrere kleine Satelliten Platz finden. Er soll in bis zu 900 Kilometern Höhe die Erde umkreist haben.

Nach Angaben der Luftwaffe diente der Experimentalflug vor allem dazu, die Raumfähre zu prüfen. Ziel war demnach der Test der Leit-, Navigations- und Kontrollsysteme, des Hitzeschutzes und der automatischen Systeme für den Flug im Orbit, den Wiedereintritt und die Rückkehr auf die Erde.

Von der Nasa zur Luftwaffe

Der Bau von "X-37B" hat Hunderte Millionen Dollar gekostet. Wie viel genau, ist aber nicht bekannt. Das zum Boeing-Konzern gehörende Unternehmen Phantom Works hat den Shuttle konstruiert. Ursprünglich handelte es sich bei dem Projekt um ein Programm der Raumfahrtbehörde Nasa. Dort arbeitete man in den neunziger Jahren daran, einen unbemannten, wiederverwendbaren Raumgleiter zu entwickeln. Das Projekt wurde dann aber von der US-Luftwaffe übernommen.

Während die Space-Shuttles der Nasavor allem als Lastenträger konstruiert sind, die nur bis zu zwei Wochen am Stück im Weltraum verbringen, ist der kleine Raumgleiter "X-37B" so konstruiert, dass er bis zu neun Monate im Erdorbit bleiben könnte.

Manche Rüstungsexperten argwöhnten zum Start, dass "X-37B" - auch Orbital Test Vehicle (OTV) genannt - den Beginn der Militarisierung des Weltraums markiert. Dass die Air Force in Zeiten knapper Budgets einen neunstelligen Betrag in ein fliegendes Labor stecken würde, wird bezweifelt. Zudem würde eine unbemannte Plattform, die monatelang im Orbit bleiben kann, "einem alle möglichen Fähigkeiten verschaffen - sowohl zivile als auch militärische", sagte Chris Hellman vom National Priorities Project dem US-Magazin "Christian Science Monitor".

Dass sich die US-Militärs einiges im Weltraum vorstellen können, ist bereits seit Jahren bekannt. Anti-Satelliten-Waffen sind darunter, aber auch exotische Systeme wie die sogenannten Rods from God - Wolframstäbe, die aus dem All auf die Erde geworfen werden und allein durch ihre Aufprallenergie tief eingegrabene Bunker knacken könnten. "Haben wir hier ein neues Raumschiff oder einen Orbitalbomber vor uns? Im Moment ist das schwer zu sagen", sagte der Militärfachmann John Pike, Direktor von Globalsecurity.org zum Start des "X-37B" der "Los Angeles Times".

Schon bald soll das Gefährt auf die nächste Mission geschickt werden. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr solle das Raumschiff ins All zurückkehren, sagte ein Sprecher der US-Luftwaffe.

wbr/dapd

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Christian Krippenstapel 03.12.2010
1. Der alte ...
... "Antipodenbomber" feiert also offenbar fröhliche Auferstehung. Schade! Hatte die Hoffnung, daß dieser Wahnsinn zusammen mit den anderen Entgleisungen der Nazis auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sei. Aber da habe ich mich wohl zu früh gefreut.
Uwe4270 03.12.2010
2. Jahr 2010: Beginn der Aufrüstung im Weltraum??
Zitat von sysopEine unbemannte Raumfähre des US-Militärs hat eine siebenmonatige Testmission im Erdorbit beendet. Was "X-37B" an Bord hatte, ist nicht bekannt -*Kritiker befürchten den Beginn der Aufrüstung im Weltraum. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,732704,00.html
War der eigentliche Beginn der amerikanischen Aufrüstung im Weltraum nicht schon 1957/58? Und was die "X-37B" an Bord hatte, ist nicht bekannt? Oh, vielleicht kann jemand, der Zugang hat, alle zugehörigen Dokumente an WikiLeaks weiterleiten.
Hummp 03.12.2010
3. Lol
Und ich musste mir vor kurzem von einem angeblichen Lokführer erzählen lassen, dass es technisch nicht möglich sei einen Güterzug automatisch anfahren zu lassen. dafür bräuchte man "Gefühl" :-D
alex300 03.12.2010
4. Endlich. Nach 25 Jahren als die Russen...
Zitat von sysopEine unbemannte Raumfähre des US-Militärs hat eine siebenmonatige Testmission im Erdorbit beendet. Was "X-37B" an Bord hatte, ist nicht bekannt -*Kritiker befürchten den Beginn der Aufrüstung im Weltraum. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,732704,00.html
... den Buran im Jahre 1985 vollautomatisch in Weltraum steigen ließen und zurückholten, haben es auch die Amis geschafft! Jetzt steht der Alters- und Perestrojka-Schwache Buran im Technikmuseum im Speer. http://speyer.technik-museum.de/spaceshuttle-buran
w.-d.w 03.12.2010
5. der Künstler ist schwer zu verstehen ...
Zitat von Christian Krippenstapel... "Antipodenbomber" feiert also offenbar fröhliche Auferstehung. Schade! Hatte die Hoffnung, daß dieser Wahnsinn zusammen mit den anderen Entgleisungen der Nazis auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sei. Aber da habe ich mich wohl zu früh gefreut.
"Entgleisungen der Nazis" und der US-"Antipodenbomber??????????
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