Testflug US-Militär verliert Kontakt zu Hyperschall-Flugkörper

Mit rund 20.000 Kilometern pro Stunde sollte er hoch über dem Pazifik entlangdonnern - und eine Weile hat er das wohl auch getan. Doch dann ging der Test eines Hyperschall-Flugkörpers des US-Militärs offenbar schief. Der Kontakt brach ab.

AFP/ DARPA

Washington - Zum vierten Mal innerhalb eines guten Jahres hat die US-Armee einen Hyperschall-Flugkörper gestartet. Es geht darum, Flugmanöver bei Geschwindigkeiten von vielen tausend Kilometern pro Stunde zu testen. Das Vehikel mit dem Namen "HTV 2" wurde am Donnerstag von der Vandenberg Air Force Base mit einer "Minotaur 4"-Rakete ins All gebracht. Ein ursprünglich geplanter früherer Starttermin war wegen schlechten Wetters verschoben worden.

Die Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums, die Darpa, teilte wenige Minuten nach dem Abheben per Twitter-Posting mit, der von Lockheed Martin gebaute Flugkörper habe sich nach dem Start ordnungsgemäß von der Rakete getrennt. Anschließend sei er über dem Pazifik wie geplant in eine Gleitflugphase übergegangen. Wenige Minuten darauf musste die Darpa aber eingestehen, dass die Überwachungssysteme den Kontakt zu "HTV 2" verloren hatten.

Ob der Flugkörper zu diesem Zeitpunkt abgestürzt ist, war zunächst nicht klar. Die Militärtechniker erklärten lediglich, dass "HTV 2" auch innerhalb von einer Stunde nicht wieder geortet werden konnte. Das Gerät verfüge aber über einen autonomen Modus zur Beendigung des Fluges. Offenbar ist es in den Pazifik gestürzt. Auf seiner Reise sollte "HTV 2" mehr als 20.000 Kilometer pro Stunde schnell werden.

Immerhin gab die Darpa am Abend bekannt, die superschnelle Drohne habe während der ersten Phasen ihres Fluges "einzigartige" Daten übermittelt. Allerdings habe man es noch nicht geschafft, während der aerodynamischen Phase des Fluges die erforderliche Kontrolle über das Gerät zu gewinnen.

Bei einem ersten Flugtest im vergangenen Jahr hatten die Bodenstationen neun Minuten lang den Kontakt zu dem pfeilschnellen Flugkörper aufrechterhalten können. Dann war das Gerät vorzeitig abgestürzt. Die Militärs erklärten auch damals, sie hätten während des Flugs viele wichtige Daten sammeln können.

Wenige Wochen später hatte die U.S. Air Force dann ein Hyperschall-Geschoss vom Typ X-51A erfolgreich getestet. Ein B-52-Bomber hatte das Fluggerät zunächst in eine Höhe von 15 Kilometern gebracht und ausgeklinkt. Dann hatte eine Feststoffrakete das Geschoss auf fast fünffache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Dann übernahm ein sogenanntes Überschall-Verbrennungsstaustrahltriebwerk (Scramjet) den Antrieb. Er ließ das Geschoss rund drei Minuten lang mit mehr als Mach 5 durch die Atmosphäre donnern.

Ein zweiter Test der X-51A schlug in diesem Juni dagegen rundheraus fehl. Das Scramjet-Triebwerk sprang gar nicht erst an. Die X-51 flog mit verminderter Kraft weiter und ging innerhalb des Testbereichs im Pazifik nieder.

Bei den Versuchen geht es darum, den Flug bei extrem hohen Geschwindigkeiten zu beherrschen. Die Technologien könnten für die Entwicklung von Waffen ebenso genutzt werden wie für die kommerzielle Luftfahrt. Zumindest für letzteren Bereich ist ein Praxiseinsatz in jedem Fall aber noch weit entfernt. Die Darpa interessiert sich naturgemäß vor allem für die Nutzung in Waffensystemen. Die Tests erfolgen im Rahmen eines Programms mit dem Titel Prompt Global Strike. Dabei geht es darum, Technologien zu entwickeln, um jeden Punkt der Welt innerhalb einer Stunde anfliegen zu können.

chs

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Seite 1
julian_becker 11.08.2011
1. Geld scheint ja doch noch da zu sein....
Zitat von sysopMit rund als 20.000 Kilometern pro Stunde sollte er durch hoch über dem Pazifik entlangdonnern - und eine Weile lang hat er das wohl auch getan. Doch dann ging der Test eines Hyperschall-Flugkörpers des US-Militärs wohl schief. Der Kontakt brach ab. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,779779,00.html
Vieleicht wäre es an der Zeit, dass die US-Regierung auch hier mal an Kürzungen denkt. Der Verlust des Flugzeugs sollte als Anlass genommen werden, derart stupide Projekte zu überdenken...
Deepthought42.0815 11.08.2011
2. Krankes Gedankengut
Das wollte ich nur noch einmal hervorheben udn aufzeigen wie krank diese Bastarde sind: "Prompt Global Strike." Dabei geht es darum, Technologien zu entwickeln, jeden Punkt der Welt innerhalb einer Stunde anfliegen zu können.
wika 11.08.2011
3. Toll …
… zeigt der Bericht doch eindrucksvoll, dass immer noch massig Geld für diese Spielchen vorhanden ist. Will man sich mit Hyperschallgeschwindigkeit von der Finanzkrise fortbewegen? Na mal sehen wer da schneller ist. Für interessierte haben wir doch noch schöneren auf Lager: Den *„Bericht zur modernen Kriegsführung“* … Link eSache (http://qpress.de/2010/07/02/moderne-kriegsfuhrung/). „Back to the roots“, lasst und den Krieg menschlicher machen, weg mit der inhumanen Technik, mehr Handarbeit, wir brauchen kein Hightech zum verrecken. Ressourcen sind doch reichlich da und die in dem Bericht beschriebenen Maßnahmen des Kriegsforschungsinstituts kommen den Menschen sehr entgegen und machen damit auch den Krieg erheblich menschlicher (wenn wir schon nicht darauf verzichten wollen) …
tijeras 11.08.2011
4. Pfeilschnell
Zitat von sysopMit rund als 20.000 Kilometern pro Stunde sollte er durch hoch über dem Pazifik entlangdonnern - und eine Weile lang hat er das wohl auch getan. Doch dann ging der Test eines Hyperschall-Flugkörpers des US-Militärs wohl schief. Der Kontakt brach ab. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,779779,00.html
Donnerwetter, pfeilschnell, 20.000 kmh pro Stunde.lol Hoffentlich wird dieser Schwachsinn durch die Geldnot der Amis gestoppt. Geh schon mal in den Keller, man weiß ja nie.
sushbone 11.08.2011
5. Geschwindigkeit
20.000 Km/h. Das sind doch irgendwas um Mach21 oder? Wie hoch fliegt denn das Ding (wohl nicht mehr dort wo noch Atmosphäre ist)? Und wie kommt das Teil auf diese Geschwindkeit / kann sie halten / unbeschadet wieder zur Erde kommen? Vermutlich reden wir hier doch über nix anderes als ein Gefährt ohne großartig eigenen Schub, welches halt mit einer Rakete in den Weltraum geschossen wird und dort ein wenig kreist. Und weils halt nicht ganz so schnell wie ein Satellit ist machts eine Parabel und schmiert dann wieder in die Erdatmosphäre ab :-)
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