Tschernobyl: Dach und Mauer an Atomruine eingestürzt

Am Katastrophen-AKW Tschernobyl sind Teile eines Daches und einer Mauer eingestürzt. Radioaktivität ist nach Angaben der Behörden nicht ausgetreten. Umweltschützer sprechen jedoch von einem beunruhigenden Signal.

Tschernobyl: Mauer und Dach teilweise eingestürzt
Fotos
AFP / CHNPP

Schneemassen haben an der Ruine des 1986 havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine das Dach einer Maschinenhalle sowie eine Mauer teilweise zum Einsturz gebracht. Der Einsturz ereignete sich etwa 70 Meter entfernt von dem Sarkophag - der Betonhülle, die den explodierten Reaktorblock provisorisch abdichtet. Es sei keine Radioaktivität ausgetreten und niemand verletzt worden, teilte das Zivilschutzministerium der früheren Sowjetrepublik am Mittwoch mit.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach von einem beunruhigenden Signal. "Es gibt keine Garantie, dass in naher Zukunft nicht auch der Sarkophag einzustürzen beginnt", sagte ein Sprecher in der Hauptstadt Kiew.

Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. Durch die Katastrophe wurden große Gebiete der Ukraine, Russlands und Weißrusslands verseucht. Die Strahlung breitete sich auch über weite Teile Europas aus. 2012 wurde mit dem Bau eines 1,54 Milliarden Euro teuren neuen Schutzmantels begonnen, der den rissigen alten Sarkophag ab 2015 ersetzen soll.

wbr/AFP/dpa

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  • Mittwoch, 13.02.2013 – 13:09 Uhr
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DER SPIEGEL: Tschernobyl
Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
DPA
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.




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