Überschallflugzeug Nasa bestellt Concorde-Nachfolger

Von Paris nach New York in drei Stunden: Die Concorde machte es möglich. Nun lässt die Nasa für fast 250 Millionen Dollar ein ultraschnelles Testflugzeug bauen - ohne Überschallknall.


Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat einen neuen Überschalljet in Auftrag gegeben - aber ohne Überschallknall. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, der für die Nasa schon länger an einem Konzept dafür feilt, sei mit Entwurf, Bau und Test eines solchen Jets beauftragt worden, teilte die Raumfahrtbehörde am Dienstag in Washington mit. Der Rüstungskonzern erhalte dafür 247,5 Millionen Dollar (etwa 200 Millionen Euro).

Bis Ende 2021 soll ein Prototyp des "X-plane" fertig sein, der in etwa 16 Kilometer Höhe mit rund 1500 Kilometern pro Stunde fliegen kann - und dabei anstelle eines Überschallknalls nur einen Ton erzeugt, der "so laut ist wie das Zuschlagen einer Autotür".

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Concorde und Co.: Der Traum vom Überschalljet

Der Überschallknall entsteht, weil sich vom Flugzeug ausgesandte Schallwellen zu einer immer höheren Wellenfront aufbauen. Erreicht diese Wellenfront unsere Ohren, nehmen wir einen lauten Knall wahr. Durch geschicktes Design wollen Ingenieure erreichen, dass der neue Überschalljet keinen lauten Knall mehr erzeugt. Dies gilt auch als wichtige Voraussetzung für einen kommerziellen Einsatz solcher Flugzeuge.

Sobald der Prototyp fertig ist, will die Nasa selbst weitere Tests durchführen und ab Mitte 2022 bei Flügen über ausgewählten Städten USA weitere Daten sammeln. Nasa-Ingenieure haben eine Miniaturversion des "X-plane" unter anderem schon in einem Windkanal getestet.

Rund 15 Jahre nach dem Aus der legendären Concorde rückt somit eine mögliche Rückkehr des Überschallflugs wieder näher. Die "Königin der Lüfte" brauchte für die Strecke zwischen Paris und New York nur etwa drei Stunden. Damit war sie etwa doppelt so schnell wie herkömmliche Flugzeuge.

boom

Die Flughöhe der Concorde lag bei bis zu 18.000 Metern. Ihr Betrieb wurde jedoch wegen wachsender Sicherheitsbedenken und geringer Nachfrage eingestellt.

Derzeit arbeiten mehrere Firmen an Überschallflugzeugen. Das US-Unternehmen Boom hatte im Sommer 2017 angekündigt, dass es für seinen bis zu 55-sitzigen Überschalljet bereits 76 Bestellungen von fünf Fluggesellschaften eingesammelt habe.

vet/dpa

insgesamt 56 Beiträge
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spiegel-kilian 04.04.2018
1. Passagiere?
Gibt's da wohl keine? Die Bilder zeigen auf jeden Fall keine Fluggeräte, die Passagiere transportieren könnten...
5b- 04.04.2018
2. Spritfresser
Der A380 machte wenigstens noch einen Sinn. Damit kann man Sprit sparen. Dennoch scheint die Nachfrage gering. Wie passt aber ein Überschallflugzeug in die heutige Zeit? Je schneller man sich bewegt, desto größer wird der Luftwiderstand. Man muss also mehr Energie und somit Sprit verschwenden je schneller man sich fortbewegt. Die NASA sollte doch eigentlich eine fortschrittliche Institution sein. Nun steht sie für unnötigen Luxus und Verschwendung fossiler Brennstoffe?
frenchie3 04.04.2018
3. Gerade mal ein Drittel der Länge
(zumindest nach Photo) für Passagiere. Dürfte ausreichen, sooo viele Stinkreiche genau auf den dann angebotenen Strecken (egal welchen) wird es wohl nicht geben. Aber langsamer als die Concorde (nur der Prototyp?), da sollte man mal einen Scheit mehr in den Heizkessel werfen. Interessant wäre zu wissen ob das Design was abwirft gegen den Krach beim Unterschallflug.
hexenbesen.65 04.04.2018
4.
Möglicher sicherheitsmängel ? Die Condorde ist damals nicht abgestürzt, weil sie "unsicher" war, sondern weil die über ein Metallstück gefahren ist, dass den Tank beschädigt hat. Und sinkende Passagierzahlen ? Naja, wenn ich mir dort ein Ticket gekauft hätte, das doppelt oder dreimal so teuer gewesen wäre...und dabei "nur" fünf oder sechs Stunden eingespart hätte...hätte ich auch das billigere genommen. (Außer Geschäftsreisende, Promis ect...)Als "normalo" hat man sich doch gar nicht leisten können.
joG 04.04.2018
5. Als die Concord entwickelt wurde....
...hatten die Amis ebenfalls ein Überschallpassagierflugzeug konstruiert und als unwirrschaftlich verworfen. Interessant, dass sie es nun wieder anschauen. Mag sein die Technologie ist genügend besser nun und rechtfertigt solche Flugzeuge jetzt.
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