Siemens-Testmodell Zwei Tote bei Unfall mit Elektroflugzeug

Ein Pilot und ein Techniker sind bei einem Unfall mit einem elektrischen Flugzeug in Ungarn ums Leben gekommen. Weitere Testmodelle bleiben vorerst am Boden.

Magnus eFusion
DPA

Magnus eFusion


Bei einem Unfall mit einem mit Siemens-Elektroantrieb ausgestatteten Testflugzeug sind in Ungarn zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht im Technologieblog "Cnet".

Der Unfall der zweisitzigen Maschine des Herstellers Magnus Aircraft ereignete sich bereits am 31. Mai auf einem kleinen Flugplatz in der Nähe von Budapest, wie ein Siemens-Sprecher sagte. Laut dem Hersteller Magnus Aircraft stürzte das Flugzeug während eines Testflugs in ein Maisfeld.

Das Elektroflugzeug Magnus eFusion wurde bereits Ende September 2016 in Ungarn vorgestellt. Siemens steuerte den Elektromotor und die Akkus für die zweisitzige Maschine bei.

Ursache unklar

Die Gründe und genaueren Begleitumstände für den Unfall seien noch unklar und würden derzeit von der ungarischen Luftfahrtbehörde sowie der Polizei untersucht, teilte Siemens mit. Man stehe in engem Kontakt mit den Ermittlern.

Bei den beiden Toten handele es sich um den Piloten und einen Techniker, berichtete der Siemens-Sprecher: "Wir sind in Gedanken bei den Familien der Opfer." Neben der verunglückten Maschine gebe es noch weitere drei Exemplare des Testmodells Magnus eFusion. Sie sollen nun vorsichtshalber am Boden bleiben, bis die Unfallursache geklärt ist.

Derzeit arbeiten mehrere Unternehmen an Elektro- und Hybridflugzeugen, darunter Airbus, Uber, Easyjet und der Flugzeugbauer Embraer. Diese Projekte haben auch damit zu tun, dass die Luftfahrtbranche ab dem Jahr 2020 ohne zusätzliche CO2-Emissionen wachsen soll. Bis zur Mitte des Jahrhunderts soll dann der Ausstoß an Treibhausgas um die Hälfte sinken. Deshalb setzen die Unternehmen sowohl auf die Entwicklung alternativer Treibstoffe als auch auf Elektro- und Hybridflieger.

Neben der Kooperation mit dem Hersteller Magnus Aircraft arbeitet Siemens auch gemeinsam mit Airbus an elektrischen Antrieben für Flugzeuge. Nun sitzen die Partner am Konzept E-Fan X. Dafür wollen die Ingenieure einen BAe-146-Regionaljet umbauen - und zunächst eines von vier Triebwerken auf Elektroantrieb umstellen, später dann womöglich ein zweites.

Frank Anton, Leiter der Siemens-Abteilung eAircraft, sagte bei der Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin, dass Elektroflugzeuge bis zum Jahr 2035 auch im Personenverkehr im Einsatz sein könnten.

koe/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.