Zielübungen im Persischen Golf US-Marine testet Laserkanone

Er kann Drohnen zerstören und Schiffe in Brand setzen: Die U. S. Navy hat einen Hochenergie-Laser auf einem Schiff installiert. Ein Video zeigt Zielübungen mit der Strahlenkanone im Persischen Golf.

US Navy

Vergangenes Jahr kündigte die US-Marine den Test einer Laserkanone auf einem ihrer Schiffe an. Was damals noch nach Science Fiction klang, hat die U. S. Navy nun offenbar wahr gemacht - und erstmals einen Hochenergie-Laser auf einem Kriegsschiff eingesetzt. Ein Video zeigt Zielübungen einer Strahlenkanone an Bord der "USS Ponce". Das gut 40 Jahre alte Transportschiff kreuzt momentan im Persischen Golf. Es ist das erste mit einer Energiewaffe ausgerüstete Kriegsschiff.

Schon seit August patrouilliert die "USS Ponce" nach Angaben der Agentur Bloomberg mit einem 30-Kilowatt-Prototypen an Bord im Persischen Golf. Das Laser Weapon System, kurz LaWS, sei der nächste Schritt, um gegen feindliche Drohen und kleine Boote vorzugehen. Nach dem Abschluss der Tests mit dem Prototypen sollen bis 2020 einsatzfähige Waffen entwickelt werden.

Schießen wie im Videospiel

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US-Militärtechnik: Energiewaffe an Bord
Laut Navy funktioniert die Steuerung mit einem Controller, ähnlich wie bei einem Videospiel. Komponenten und technisches Know-how kommen unter anderem vom Electro Optics Center der Pennsylvania State University und von dem New Yorker Unternehmen L-3 Communications.

Bei dem Test beschoss die Laserkanone ein unbemanntes Schnellboot aus großer Entfernung. Einen weiteren Versuch führte das US-Militär mit einer Drohne durch. Sie wurde während des Flugs mit der Laserkanone beschossen und zum Absturz gebracht.

Die Erwartungen an die neue Waffe seien weit übertroffen worden, sagten Offiziere der Navy, vor allem was Reichweite und Ausdauer angehe. Ein weiter Vorteil: Laserwaffen seien durchschlagend und günstig, so der Vorsitzende der US-Navy-Forschungseinheit. Ein Schuss koste weniger als einen Dollar. Außerdem würden diese Waffen auch bei widrigen Bedingungen funktionieren - wie bei starkem Wind, Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Energiewaffen werde für Marineoperationen künftig eine wichtige Rolle spielen.

Weitreichender Einsatz

Der LaWS-Test ist der jüngste in einer Reihe von Versuchen. So hat die US-Marine bei einem Experiment im Frühjahr 2011 ein Boot mit einem Laser in Brand gesetzt - auch wenn das Ziel während des Beschusses stillgehalten hatte, was Zweifel an der Realitätsnähe des Versuchs erlaubte. Beeindruckender verlief ein Test im Juli 2012, als der amerikanische Zerstörer "USS Dewey" eine Zieldrohne per Laser vom Himmel holte. Auch in anderen Bereichen will das US-Militär künftig Laser einsetzen - etwa am Boden, um anfliegende Raketen und Granaten abzuschießen. Schon ab 2030 sollen sogar Jagdflugzeuge mit Lasern ausgerüstet werden.

khü

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BettyB. 11.12.2014
1. Schau da
Was hätte es für ein Geschrei gegeben, wenn die Russen eine Laserwaffe vorgestellt hätten? Kriegstreiber wäre wohl ein harmloser Vorwurf...
Emmi 11.12.2014
2. Klasse! Eine neue Runde des Wettrüstens!
Die Chinesen und Russen werden da nicht lange zugucken...
reever_de 11.12.2014
3. Genial ..
Wenn ich mir vorstelle, was solche Systeme an Entwickungskosten haben, muss man da Unsummen verdienen. Wohl dem, der Aktien an diesen Firmen hat, nicht wahr? Noch toller wäre nur noch damals das "SDI-Programm" ("Krieg der Sterne") unter Ronald Reagan gewesen; ein System, das für Milliarden im Weltraum installiert werden sollte, aber leider nicht vorher getestet werden konnte ... der feuchte Traum jedes Waffenherstellers und Waffenentwicklers!
l-39guru 11.12.2014
4. Im Persischen Golf
Aha...kann das nicht vor der eigenen Haustür machen? Das sind bestimmt friedensstiftende Maßnahmen der USA in der Gegend. ...im Gegensatz zu den russischen Flügen über "Europa" , was eigentlich den internationalen Luftraum über der Ostsee meint.
Kohle&Reibach 11.12.2014
5. Ach so
und das macht man im Persischen Golf? Ohne Worte.
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