Geheime Fracht USA schießen Spionagesatelliten ins All

Die Details sind Verschlusssache, doch der Start war für jedermann sichtbar: Das US-Militär hat einen Spionagesatelliten ins All geschossen. Weitere Späher sollen in Kürze folgen.

REUTERS

Der Start von der Vandenberg Air Force Base an der kalifornischen Küste verlief planmäßig. Doch ob die Fracht der "Delta IV"-Rakete ihre Umlaufbahn erreicht hat, ist nicht bekannt. Nach nur drei Minuten wurde die Übertragung des um 16.12 Uhr Ortszeit geglückten Starts auf Wunsch des Auftraggebers abgebrochen. Die US-Regierung hat - so nehmen Geheimdienstexperten an - einen neuen Spionagesatelliten in den Erdorbit geschossen. Offiziell läuft die Fracht unter der Bezeichnung "NROL-25", denn für die Späher im All ist in den USA das National Reconnaissance Office (NRO) verantwortlich.

Angeblich soll es sich um einen Radarsatelliten handeln, der auch nachts und bei schlechtem Wetter noch gute Aufnahmen liefern kann. Das Raumfahrtportal Nasaspaceflight.com vermutet, dass es sich um den zweiten in einer Reihe neuer Radarsatelliten handelt - der erste sei im September 2010 in den Orbit geschossen worden.

In den vergangenen Jahren hat die USA ihre Flotte älterer, schwerer Spionagesatelliten gegen kleinere Modelle ausgetauscht, sagte Charles Vick von Globalsecurity.org. Die neuen Späher könnten mehr Details erfassen als die typischen Erdsatelliten.

Weitere NRO-Starts in den nächsten Monaten

Für den Start am Dienstag wurde die "Delta IV"-Rakete mit zwei zusätzlichen Hilfstriebwerken ausgestattet. Der Satellit befand sich im vorderen Teil der Rakete, in einem Laderaum mit fünf Metern Durchmesser. Es sei der erste Start einer derart modifizierten "Delta IV" gewesen, erklärte die United Launch Alliance (ULA), die den Start organisiert hat. ULA ist eine Kooperation der Konzerne Lockheed Martin und Boeing. In den kommenden vier Monaten stehen nach Angaben von ULA vier weitere Starts für das National Reconnaissance Office auf dem Programm.

Eigentlich sollte die geheime Fracht bereits vor einer Woche von der gut 200 Kilometer von Los Angeles entfernten Luftwaffenbasis ins All geschossen werden, doch Probleme am Triebwerk der Raketenoberstufe hatten den Start verzögert.

Ende 2010 hatte das NRO Schlagzeilen gemacht, als es den wahrscheinlich größten Satelliten der Welt in den Erdorbit schießen ließ.

wbr/AP



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