Basis in Australien USA wollen Radar-Überwachung Asiens verstärken

Das US-Militär baut seine Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum aus. 2014 wird in Australien ein leistungsstarkes Radar und ein Teleskop installiert. Offiziell soll das System Weltraumschrott und Satelliten beobachten - doch es kann auch Raketenstarts in der Region erfassen.

Australiens Außenminister Carr, US-Kollegin Clinton, Australiens Verteidigungsminister Smith und US-Kollege Panetta: Gemeinsame Weltraum-Überwachung
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Australiens Außenminister Carr, US-Kollegin Clinton, Australiens Verteidigungsminister Smith und US-Kollege Panetta: Gemeinsame Weltraum-Überwachung


Hamburg - Die USA wenden sich wieder verstärkt dem Pazifikraum zu - und dazu gehört auch die Überwachung aller potentiell militärischen Aktivitäten von Rivalen wie China und Nordkorea. Erst im August war bekannt geworden, dass Washington seine Radarsysteme in der Region deutlich ausbauen will. Jetzt soll offenbar der nächste Schritt folgen: Das US-Militär will in Australien ein leistungsstarkes Radar installieren.

Offiziell soll das C-Band-Radar, das im Mikrowellenbereich von vier bis acht Gigahertz arbeitet, vor allem der Beobachtung von Weltraumschrott dienen. Doch das Pentagon erklärte, dass das System auch "bedeutend zur Verfolgung von wichtigen Weltraumstarts in Asien beitragen kann". Ein Vertreter des australischen Verteidigungsministeriums wurde noch deutlicher: Mit dem ersten System dieser Art auf der südlichen Erdhalbkugel ließen sich chinesische Weltraumflüge beobachten.

Das Radar soll nahe der Ortschaft Exmouth im Nordwesten Australiens stehen. Es bietet den Angaben zufolge eine bessere Sicht auf Dinge, die über ganz Asien in die Atmosphäre eintreten oder sie verlassen. Zusätzlich wollen die USA und Australien auch ein Teleskop bauen, um den Orbit zu überwachen. Es soll kleine Objekte noch in einer Höhe von rund 35.000 Kilometern erkennen können. Derzeit werde ein Standort im Nordwesten Australiens gesucht. Die Länder rechnen mit Kosten von rund 30 Millionen US-Dollar (etwa 24 Millionen Euro) bis zur Inbetriebnahme.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta nannte das Projekt einen "großen Sprung in Richtung einer bilateralen Weltraum-Zusammenarbeit". Das Radar und das Teleskop würden gemeinsam in der Lage sein, Objekte im Orbit präzise zu verfolgen und zu identifizieren. Das Radarsystem soll 2014 geliefert werden.

Die Pläne dürften nicht zuletzt eine Reaktion auf die ehrgeizigen Weltraumpläne Chinas sein. Peking plant nicht nur eine Raumstation, ein Satelliten-Navigationssystem und Missionen zum Mond, sondern verfolgt im All auch militärische Ziele.

mbe/AFP/AP



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die-dicke-aus-der-uckerm. 14.11.2012
1. Wenn irgendein Land auf diesem Planeten
Zitat von sysopAPDas US-Militär baut seine Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum aus. 2014 wird in Australien ein leistungsstarkes Radar und ein Teleskop installiert. Offiziell soll das System Weltraumschrott und Satelliten beobachten - doch es kann auch Raketenstarts in der Region erfassen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/usa-verstaerken-radar-ueberwachung-asiens-a-867198.html
eine ballistische Rakete gestartet hat, zu welchem Zweck auch immer, kann das Radar sie zwar verfolgen, eine dahinter steckende böse Absicht ( Angriff mit atomaren Sprengköpfen ) nicht verhindern. Das Teleskop kann nicht sehen was unter dem Horizont passiert und das Radar genausowenig. Nord-China und Russland liegen fast genau auf der anderen Seite Australiens. Diesmal glaube ich den USA-Ankündigungen schon dass es sich dabei um das genannte Weltraumschrott-Überwachungssystem handelt. Zumal Australien und der Pazifik in den Absturzkorridoren ausgedienten Weltraumschrotts größeren Kalibers befinden. Um den USA gefährlich zu werden würden russisch/chinesische ballistische Raketen nur über den Nordpol höchstens 4 Minuten brauchen.
auweia 14.11.2012
2. Naja...
Zitat von die-dicke-aus-der-uckerm.eine ballistische Rakete gestartet hat, zu welchem Zweck auch immer, kann das Radar sie zwar verfolgen, eine dahinter steckende böse Absicht ( Angriff mit atomaren Sprengköpfen ) nicht verhindern. Das Teleskop kann nicht sehen was unter dem Horizont passiert und das Radar genausowenig. Nord-China und Russland liegen fast genau auf der anderen Seite Australiens. Diesmal glaube ich den USA-Ankündigungen schon dass es sich dabei um das genannte Weltraumschrott-Überwachungssystem handelt. Zumal Australien und der Pazifik in den Absturzkorridoren ausgedienten Weltraumschrotts größeren Kalibers befinden. Um den USA gefährlich zu werden würden russisch/chinesische ballistische Raketen nur über den Nordpol höchstens 4 Minuten brauchen.
...es gibt schon Anstrengungen eine Kette von X-Band-Radars in Ostasien bis Südostasien und auf der Arabischen Halbinsel zu errichten. United States national missile defense - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Ballistic_Missile_Defense_System#Multilateral_and_international_participation) Was die "hinter-dem-Horizont"-frage betrifft gibt es inzwischen SBX-1 also eine seegestützte Variante auf einer großen Schwimmplattform. Anwendung: von Weltraumschrottbeobachtung, Raketentäuschkörperunterscheidung bis Abfangjägerdirektion.
guelmi 14.11.2012
3. Toll!
Wer es glaubt wird selig! Wieso denn Weltraumschrott ausgerechnet von Australien aus beobachten!!?
Jens Schuetz 15.11.2012
4.
Zitat von die-dicke-aus-der-uckerm.eine ballistische Rakete gestartet hat, zu welchem Zweck auch immer, kann das Radar sie zwar verfolgen, eine dahinter steckende böse Absicht ( Angriff mit atomaren Sprengköpfen ) nicht verhindern. Das Teleskop kann nicht sehen was unter dem Horizont passiert und das Radar genausowenig. Nord-China und Russland liegen fast genau auf der anderen Seite Australiens. Diesmal glaube ich den USA-Ankündigungen schon dass es sich dabei um das genannte Weltraumschrott-Überwachungssystem handelt. Zumal Australien und der Pazifik in den Absturzkorridoren ausgedienten Weltraumschrotts größeren Kalibers befinden. Um den USA gefährlich zu werden würden russisch/chinesische ballistische Raketen nur über den Nordpol höchstens 4 Minuten brauchen.
Nunja, man muss die Rakete nicht sofort sehen wenn sie aus dem Bunker kommt. Es ist ja schon schoen sie auf irgendeinem Punkt ihrer Flugbahn ins All zu sehen. Da reicht auch ein Teleskop. Selbst wenn man sie nur in der Mitte des Fluges bei 400-1200km (!) Hoehe orten kann, hat man immer noch 14 Minuten zeit zu reagieren. Entweder bringt man seine eigenen Rakten in die Luft, bevor sie am Boden zerstoert wuerden oder man hat eine geeignetes Abwehrsystem... Raketenstarts kann man heute schon gut mit vorhandenen Sateliten beobachten. Sateliten sind aber leichter zu vernichten als Beobachtungsstationen in Australien und andereen Laendern. Hier geht es also um diversitäre Redundanz mit dem Zweck das Warnsystem robuster zu gestalten.
spon-facebook-10000020617 15.11.2012
5. Geografie
Die kürzeste Entfernung von Australien nach China ergibt sich mit 4800km selbstverständlich vom geplanten Standort des Radars.
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