Vermessung mit U-Booten: Fotos zeigen "Titanic"-Wrack in allen Details

Neue Bilder vom Grab der "Titanic" geben Einblick in eine der größten Katastrophen der Seefahrtsgeschichte. Sie beweisen, wie der Ozeanriese zu Boden taumelte - und zeigen zahlreiche Details des gewaltigen Trümmerfelds in 3800 Metern Tiefe.

Detailansichten aus der Tiefe: Das Grab der "Titanic" Fotos
HISTORY

Hamburg - Was passierte genau in der Nacht des 14. April 1912? Die "Titanic" galt als unsinkbar, rammte jedoch auf ihrer Jungfernfahrt einen Eisberg und sank. Rund 1500 Menschen kamen zu Tode. Das Wrack des Ozeanriesen liegt seitdem auf dem Grund des Nordatlantiks in 3800 Metern Tiefe.

Wissenschaftler haben nun nach eigenen Angaben die bisher genaueste Karte des Unglücksorts erstellt. Sie setzten etwa 130.000 Fotos und Schallwellen-Aufnahmen zusammen. "Es ist, als würde der Raum auf einmal erleuchtet", schwärmt der Historiker Parks Stephenson, der das Projekt der Organisation "RMS Titanic" begleitet hat. Normalerweise liegt das Grab des berühmten Kreuzfahrtschiffs in vollkommener Dunkelheit.

Die Aufnahmen wurden 2010 von zwei ferngesteuerten U-Booten aus gemacht. Die "Titanic" und der Meeresboden wurden gefilmt und mit Schallwellen vermessen. Besonderes Augenmerk galt dem Trümmerfeld. Meeresforscher der Woods Hole Oceanographic Institution im US-Bundesstaat Massachusetts und der US-Wetterbehörde NOAA haben die Erkundungen unterstützt, der TV-Sender "History Channel" präsentiert sie nun der Öffentlichkeit ("Titanic - Beweise aus der Tiefe", 15. April, 20.30 Uhr).

Fünf große Dampfkessel, eine Drehtür

Die Bilder des acht mal fünf Kilometer großen Gebiets am Meeresgrund zeigten, was geschehen sei in jener Aprilnacht vor 100 Jahren, sagt Paul-Henry Nargeolet, ein Leiter der Expedition. Schürfspuren am Grund etwa bewiesen, dass sich das Heck des Schiffes beim Sinken gedreht hätte wie das Hinterteil eines Helikopters - die "Titanic" taumelte zu Boden.

Am Grund lägen auch fünf große Dampfkessel, eine Lukenöffnung, eine Drehtür, ein 40-Tonnen-Stück des Schiffrumpfs und andere Dinge, die offenbar beim Aufschlag auf den Boden abgebrochen seien. Computersimulationen, die aus den Bildern erstellt werden, sollen nun den genauen Hergang der historischen Katastrophe zeigen. Möglicherweise ergäben sich neue Aufschlüsse über Konstruktionsfehler in dem als Technikwunder gefeierten Großschiff.

boj/AP

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insgesamt 33 Beiträge
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1. moin moin
e-cdg 09.03.2012
Zitat von sysopNeue Bilder vom Grab der "Titanic" geben Einblick in eine der größten Katastrophen der Seefahrtsgeschichte. Sie beweisen, wie der Ozeanriese zu Boden taumelte - und zeigen zahlreiche Details des gewaltigen Trümmerfelds in 3800 Metern Tiefe. Vermessung mit U-Booten: Fotos zeigen "Titanic"-Wrack in allen Details - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,820391,00.html)
Der Untergang der Titanic geschah aus menschlichem Größenwahn und naivem Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik. Es war eine Warnung an die Menschheit. Aber so wie es heute aussieht, das 'Immer weiter so', hat der Mensch nichts aus dieser Katastrophe gelernt.
2. Hauptsache wieder was gepostet ...
Micha_R3 09.03.2012
Zitat von e-cdgDer Untergang der Titanic geschah aus menschlichem Größenwahn und naivem Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik. Es war eine Warnung an die Menschheit. Aber so wie es heute aussieht, das 'Immer weiter so', hat der Mensch nichts aus dieser Katastrophe gelernt.
Klar doch: Es war eine "Warnung an die Menscheit", ausgeführt von Mutter Natur, Gottheit aller Grünen. Man hätte es wissen müssen. "Der Mensch" hat durchaus aus dieser Katastrophe gelernt: Man nimmt genügend Rettungsboote mit an Bord!
3.
Zephira 09.03.2012
Galt die Titanic wirklich als unsinkbar, oder ist das ein späterer Mythos, der vordatiert wurde?
4.
probstheida 09.03.2012
Vielen Dank für die Info und die Fotos! Aber eine Korrektur ist mir doch sehr wichtig: Die Titanic war definitiv kein "Kreuzfahrtschiff"! Zwar gab es schon damals Kreuzfahrten, jedoch war die Titanic ein klassisches Linien- und Postschiff der damaligen Zeit mit zusätzlich großer Passagierkapazität vor allem für Auswanderer. "RMS Titanic" bedeutet nämlich "Royal Mail Ship". Zusammen mit den Schwesterschiffen "Olympic" und "Britannic" (ursprünglich als "Gigantic" geplant), sollte damit ein Liniendienst auf der Nordatlantik-Route gefahren werden, bei dem jede Woche sowohl von Europa als auch von Amerika ein Schiff ablegte. Kreuzfahrten sind ein völlig anderer Stiefel.
5.
probstheida 09.03.2012
Zitat von ZephiraGalt die Titanic wirklich als unsinkbar, oder ist das ein späterer Mythos, der vordatiert wurde?
Das ist wohl eher ein Mythos. Allerdings galten die Schiffe der Olympic-Klasse tatsächlich als sehr sicher wegen der Technik der wasserdichten Abteilungen. RMS Titanic (http://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic#Die_wasserdichten_Schotten_.E2.80.93_Weshalb_die_Titanic_nicht_unsinkbar_war) Deshalb sah die Reederei auch keinen Grund, die Schiffe mit für alle Insassen ausreichender Rettungsboot-Kapazität auszurüsten, obwohl das im Konzept durchaus vorgesehen war. Konkret waren ursprünglich 48 Rettungsboote vorgesehen, von denen aber nur 20 wirklich realisiert wurden. 63 Botte hätte man benötigt, um wirklich alle Menschen an Bord eines vollbesetzten "Olympic"-Schiffes zu retten. Für die 2200 Personen an Bord der Titanic hätten 48 Boote sicher gereicht. Gesetzlich vorgeschrieben waren damals nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen gemessen an der Verdrängungsmasse des Schiffes. Für ein Passagierschiff allemal zu wenig.
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