Extrem wasserabweisendes Metall Das perlt

Gegen dieses Material wirkt Teflon eher klebrig: Forscher haben eine Metalloberfläche hergestellt, die extrem wasserabweisend ist. Wassertropfen prallen ab wie Gummibälle.

J. Adam Fenster / University of Rochester

Hamburg - Der Tropfen fällt, prallt auf das Metall und springt zur Seite weg. Die Zeitlupenaufnahmen des super-hydrophoben, also extrem wasserabweisenden Materials faszinieren. Es kommt ohne die sonst übliche chemische Beschichtung aus. Das Team um Chunlei Guo von der University of Rochester hat stattdessen Metall mit einem Laser bearbeitet. Über ihre Arbeit berichten die Forscher im Fachblatt "Journal of Applied Physics".

"Das Material ist so hydrophob, dass auftreffende Wassertropfen zurückspringen", sagt Guo. Die Tropfen prallten seitlich ab wie Gummibälle. Das Material sei deutlich wasserabweisender als Teflon. Ein Wassertropfen auf einer Teflonoberfläche rutsche erst dann zur Seite weg, wenn man die Oberfläche um 70 Grad kippe. Beim laserbehandelten Stahl reichten hingegen schon fünf Grad.

Die Wissenschaftler um Chunlei Guo erhitzten die Metalloberfläche mit einem Laserstrahl und erzeugten so extrem feine, parallele Rillen. Die zerklüftete Nanostruktur verhindert, dass Wassermoleküle daran haften. Die Methode ähnle Verfahren, mit denen man schon seit langem Metalloberflächen abdunkle, sagte Guo. Die feine Nanostruktur sei dauerhaft und reibe sich auch nicht ab.

Für super-hydrophobe Materialien gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Die wohl bekannteste ist spezielle Sanitärkeramik, die wasserfreie Urinale möglich macht. Wasserabweisende Oberflächen schützen aber auch vor Rost oder Vereisung.

Im November hatten Forscher der University of California in Los Angeles über eine Beschichtung berichtet, auf der nicht einmal die nasseste aller Flüssigkeiten haftet. Das Phänomen der minimalen Benetzung gibt es auch in der Natur - bekannt als Lotuseffekt. Auf den Blättern der gleichnamigen Pflanze sammelt sich Wasser in großen Tropfen.

hda



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