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94 Stunden in der Luft: Solar-Flieger stellt neuen Weltrekord auf

"Solar Impulse 2": Weltrekord im Solarflug Zur Großansicht
DPA

"Solar Impulse 2": Weltrekord im Solarflug

Der Pilot des Solarflugzeugs "Solar Impulse 2" hat den Weltrekord für den längsten Soloflug gebrochen. Der Schweizer hält sich schon mehr als 94 Stunden in der Luft - der Rekord lag bislang bei rund 77 Stunden.

Der Schweizer Pilot André Borschberg hat mit seinem mit Sonnenenergie angetriebenen Leichtflugzeug "Solar Impulse 2" den Rekord für den längsten Soloflug gebrochen. Borschberg war nach Angaben seines Teams auf seiner Etappe von Japan nach Hawaii schon mehr als 94 Stunden ohne Zwischenstopp unterwegs. Bisheriger Rekordhalter war der 2007 tödlich verunglückte US-Abenteurer Steve Fossett, der 2006 einen 76 Stunden und 45 Minuten langen Soloflug absolviert hatte.

Borschberg befindet sich derzeit auf einem besonders risikoreichen Streckenabschnitt seiner Weltumrundung. Der Flug quer über den Pazifik sollte fünf Tage und Nächte dauern. Auf der gesamten Strecke hat der Schweizer keine Möglichkeit zur Zwischenlandung, im Notfall bleiben ihm nur der Fallschirm und ein aufblasbares Rettungsboot.

Am Donnerstag gegen 18.30 Uhr MESZ hatte Borschberg nach Angaben seines Teams 84 Prozent der Strecke von Japan nach Hawaii geschafft. Während des Flugs hält Borschberg sich mit Yoga fit, schlafen will er nicht mehr als 20 Minuten am Stück. Aus seinem Sitz, der über eine eingebaute Toilette verfügt, kann er nicht aufstehen.

Der sonnenbetriebene Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über Oman ging es weiter über Indien, Myanmar und China nach Japan. Nach dem Flug über den Pazifik soll "Solar Impulse 2" die USA überqueren.

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"Solar Impulse 2": Sonnenflieger startet nach Hawaii

Das Flugzeug war Anfang März im Golfemirat Abu Dhabi gestartet und über Indien, den Himalaya und China nach Japan geflogen. Mehrfach verhinderte schlechtes Wetter den Weiterflug.

Die einsitzige Karbonfaser-Maschine hat eine Spannweite von 72 Metern. Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Flügeln zapfen die Energie für die vier Elektromotoren ab. Mit der Weltumrundung sollen die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufgezeigt werden. Insgesamt soll das Flugzeug 35.000 Kilometer zurücklegen.

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16  Bilder
"Solar Impulse 2": Solarflieger landet sicher in China

kbl/AFP

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insgesamt 43 Beiträge
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1. Solarkraft und Fliegerei
olaf.lieser 03.07.2015
Dieses Flugzeug zeigt zwar nicht die Zukunft der kommerziellen Fliegerei - aber es zeigt, was mit Solarkraft (und guten Batterien) mittlerweile möglich ist: Auch bei Nacht unabhängig von Stromnetzen operieren, kontinuierlich, 24 Stunden am Tag nur mit Sonnenenergie. Auch bei erschwerten, beengten Verhältnissen. Ich halte es für einen echten Meilenstein - gratuliere! Jetzt noch bitte eine sichere Landung nach 5 Tagen mit nur sporadisch Schlaf ...
2. Nach sehr langem Warten auf optimales Wetter ...
Günter Rudolphi 03.07.2015
... wurde dieser Flug über den Pazifik begonnen. Zitat von T-ONLINE: "Borschberg hatte die Etappe bereits Ende Mai in Angriff genommen, musste aber nach dem Start im chinesischen Nanjing den 8175 Kilometer weiten Flug nach Hawaii wegen schlechten Wetters abbrechen und in Japan zwischenlanden. Dort hielten ihn schlechtes Wetter und ein Defekt auf." Mehre Wochen Wartezeit auf gutes Wetter waren auch schon in China nötig. Reisen fast wie mit den alten Segelschiffen anno dunnemals, da fehlten ja auch manchmal die Winde, jetzt ist es halt die Sonne. Nur konnten die alten Segelschiffe nicht vom Himmel fallen ohne Wind. Der Solarflieger aber ohne Sonne schon. Und wenn Sturm aufkommt, dann sowieso! Schöne neue Welt ......
3. Wenn man bedenkt, dass Sponsoren viele
also123 03.07.2015
Millionen Euros locker machen konnten, um einen solchen Solar-Segelflieger zu bauen, kommt man zu dem Schluss, dass mit "Erneuerbaren" doch jede Menge Geld zu verdienen ist. Bezahlt wurde er durch die vielen kleinen Strombezieher, die zukünftig auch noch die "vergoldeten" unterirdische Trassenführungen bezahlen dürfen. Alles in allem ist der Solar Impuls2 ein schönes Beispiel, wofür Solartechnik überhaupt nicht zu gebrauchen ist : verlässliche und von der Energiedichte genügende Energieerzeugung.
4.
Hermes75 03.07.2015
Zitat von also123Millionen Euros locker machen konnten, um einen solchen Solar-Segelflieger zu bauen, kommt man zu dem Schluss, dass mit "Erneuerbaren" doch jede Menge Geld zu verdienen ist. Bezahlt wurde er durch die vielen kleinen Strombezieher, die zukünftig auch noch die "vergoldeten" unterirdische Trassenführungen bezahlen dürfen. Alles in allem ist der Solar Impuls2 ein schönes Beispiel, wofür Solartechnik überhaupt nicht zu gebrauchen ist : verlässliche und von der Energiedichte genügende Energieerzeugung.
Bitte lesen Sie doch mal die Liste der Partner: https://de.wikipedia.org/wiki/Solar_Impulse#Partner Hauptpartner: Solvay, die Omega SA, ABB und Schindler Offizielle Partner: Bayer MaterialScience, Altran, Swisscom und Swiss Re Forschung und institutionale Partner: die EPFL, ESA, IATA und Dassault Aviation Bitte verraten Sie uns doch wie diese Unternehmen von den "vielen kleinen Strombeziehern" profitieren?
5. Eine technische und menschliche Superleistung
donrealo 03.07.2015
Gratulation an das Solarfliegerteam und Dank an SPON für einen endlich mal nicht politisch angehauchten Bericht. Gerne mehr davon
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