Wetterprobleme: Mondfinsternis nur mancherorts zu sehen

Partielle Mondfinsternis: "Ein bisschen angeknabbert" Fotos
DPA

Wer im Osten oder Norden wohnte, hatte oft Pech - doch Sternenfreunde im Rest von Deutschland konnten am späten Donnerstagabend eine partielle Mondfinsternis bewundern. Für die nächste totale Verfinsterung müssen sie aber noch mehr als zwei Jahre warten.

Genau um 22.07 Uhr war das Schauspiel auf seinem Höhepunkt. Doch nicht jeder Beobachter konnte sich daran freuen: Die partielle Mondfinsternis am Donnerstagabend ist nur in Teilen Deutschlands sichtbar gewesen. Allerdings gab besonders im Süden ein klarer Nachthimmel den Blick auf das kosmische Ereignis frei, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auch in den Hochlagen des Mittelgebirges hatten Hobby-Astronomen klare Sicht. Im Norden versperrte eine dichte Wolkendecke dagegen häufig den Blick auf das Schattenspiel der Himmelskörper.

Zu sehen war ein leicht gräulicher, unscharfer Schatten an der linken, oberen Hälfte der Mondscheibe, sagte Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. Der Erdtrabant habe ausgesehen wie "ein bisschen angeknabbert". Insgesamt dauerte das Ereignis etwa vier Stunden. Um 20.02 Uhr trat der Mond in den Halbschatten der Erde ein, um 21.52 Uhr dann in den Kernschatten. Erst dann konnte die Finsternis beobachtet werden. Im Maximum war der Erdtrabant zu knapp zwei Prozent verdunkelt. Auch mit dem bloßen Auge war die Finsternis erkennbar - wenn das Wetter passte.

Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe, der Mond taucht aber nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein. Das Schauspiel hat die Menschen seit jeher fasziniert. Einige antike Denker kamen durch die Kreisform des Schattens bereits auf die Ideen, dass es sich bei der Erde um eine Kugel handeln muss.

Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond vollständig vom Kernschatten der Erde verdeckt. Er bleibt allerdings auch dann noch schwach sichtbar - weil durch Brechung in der Erdatmosphäre ein kleiner Teil des Sonnenlichts trotzdem den abgeschatteten Bereich erreicht. Das betrifft vor allem den langwelligen Anteil des Lichts, deswegen erscheint der Mond dann rötlich. Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis findet am 28. September 2015 statt.

chs/dpa

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