Seltsamer Geruch Germanwings-Pilot verschiebt Start

Schon wieder ein Zwischenfall: Wegen eines ungewöhnlichen Geruchs in der Passagierkabine verschob ein Germanwings-Pilot heute den Start seiner Maschine. Erst kürzlich hatten Berichte über giftige Luft im Cockpit für Aufsehen gesorgt.

Landeanflug einer Gerwanwings-Maschine (Archivbild): Die Pannenserie geht weiter
AP

Landeanflug einer Gerwanwings-Maschine (Archivbild): Die Pannenserie geht weiter


Cagliari - Die 143 Passagiere wollten von Cagliari auf der Mittelmeerinsel Sardinien nach Köln/Bonn fliegen. Sie waren bereits an Bord, der Airbus A 319 rollte in Richtung Startbahn. Nach dem Einschalten des zweiten Triebwerks fiel der Crew jedoch ein seltsamer Geruch in der Kabine auf. Daraufhin beschloss der Kapitän, zum Gate zurückzukehren, und ließ die Passagiere wieder aussteigen.

Besorgniserregend ist das Ereignis vor dem Hintergrund, dass erst in der vergangenen Woche ein anderer Zwischenfall bekannt geworden war: Vor zwei Jahren führten giftige Dämpfe im Cockpit einer Germanwings-Maschine zu einer gefährlichen Situation. Damals wurden die Piloten fast ohnmächtig. Die Fluggesellschaft hatte den Vorfall verharmlost. Bei dem Ereignis handelte es sich offenbar nicht um einen Einzelfall.

Der heutige Vorfall sei damit nicht vergleichbar, sagte Heinz Joachim Schöttes, Sprecher der Fluggesellschaft. Nach der Landung in Cagliari sei routinemäßig ein Zusatzgenerator eingeschaltet worden, der das Flugzeug am Boden mit Strom und die Klimaanlage mit Druckluft versorge. Bereits da habe sich der Geruch bemerkbar gemacht. Die Ursache der Geruchsentwicklung werde untersucht.

Die Fluggesellschaft Lufthansa, zu der auch Germanwings gehört, gab bekannt, sie entwickle ein Warnsystem für gefährliche Stoffe in der Kabinenluft.

sus/dpa



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insgesamt 6 Beiträge
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Altesocke 04.10.2012
1. optional
"Die Fluggesellschaft Lufthansa, zu der auch Germanwings gehört, gab bekannt, sie entwickle ein Warnsystem für gefährliche Stoffe in der Kabinenluft." Zu wenig, zu spaet! Es gibt bei fast jedem Start komische Gerueche in der Kabinenluft. Meist aehnlich verbranntem Oel.
luther-a 05.10.2012
2. Losgefahren trotz Geruch
Schockierend finde ich nicht die Wiederholung des Vorfalls, sondern die Tatsache, dass eine Maschine, bei der bereits am Boden der Geruch festgestellt wurde, mit Passagieren besetzt und schon mal Richtung Startbahn geschickt wurde. Respekt vor der Crew, die wenigstens dann eingeschritten ist - kein Respekt vor dem Sprecher, der erneut beschwichtigt und dabei eigentlich eine recht peinliche Info ausplappert.
Ernesto_de_la_Vita 05.10.2012
3. Schwache Leistung!
Vielleicht hat es bisher niemanden gestört, aber ich habe es immer als schwache Leistung empfunden, wenn während des Starts der Triebwerke, deren Abgase sich in der Kabine wiederfanden. Das sich die Problematik noch komplexer darstellt, ist umso erschreckender. Da gibt es wohl erheblichen Nachholbedarf.
atheist 05.10.2012
4. Panikmache?
Wenn man sich beispielsweise die Internetseite The Aviation Herald (http://www.avherald.com/) anschaut, dann wird man sehen, das so etwas ständig vorkommt. Vielleicht sollten die Medien den Lesern gleich vom Fliegen abraten. Wenn Maschinen von Quantas oder KLM wegen Geruchsbildung umdrehen, dann kann das auch bei Germanwings passieren.
Hans58 05.10.2012
5.
Zitat von Ernesto_de_la_VitaVielleicht hat es bisher niemanden gestört, aber ich habe es immer als schwache Leistung empfunden, wenn während des Starts der Triebwerke, deren Abgase sich in der Kabine wiederfanden. Das sich die Problematik noch komplexer darstellt, ist umso erschreckender. Da gibt es wohl erheblichen Nachholbedarf.
Was Sie riechen, ist die angesaugte Außenluft, die deshalb "stinkt", weil im Regelfall beim "push back" zumindest ein Triebwerk gestartet und die Hilfsturbine am Heck ausgeschaltet wird. Das Lfz wird in seinen eigenen "Mief" hinein geschoben. Diese bereits beim Ansaugen "stinkende" Luft ist nicht vergleichbar mit der "reinen" Luft, die im Triebwerk abgezapft wird und gelegentlich vom Triebwerk selbst "versaut" wird.
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