X-47B: Kampfdrohne glückt Landung auf Flugzeugträger

AP

Das Manöver ist anspruchsvoll für Piloten, nun ist es auch mit einem unbemannten Flugzeug geglückt. Die US-Marine meldet die Landung einer Drohne auf einem Flugzeugträger.

Die Landebahn hält einfach nicht still, die Luft ist voller Turbulenzen: Auf einem Flugzeugträger zu landen, zählt zu den schwierigeren Manövern für Piloten. Nun hat es die US-Marine erstmals geschafft, eine Drohne auf einem schwimmenden Ziel abzusetzen - rund zwei Monate nach dem ersten Drohnen-Start von einem Flugzeugträger.

Das unbemannte Flugzeug vom Typ X-47B setzte am Mittwoch auf der USS "George H.W. Bush" im Atlantik rund 110 Kilometer vor der Küste Virginias auf.

Die X-47B hat eine Spannweite von rund 19 Metern und wiegt 6350 Kilogramm. Sie ist keine Tarnkappendrohne, aber so gebaut, dass sie von gegnerischem Radar schwer zu entdecken ist. Entwickelt wurde das Flugzeug von Northrop Grumman - die Kosten dafür lagen bei rund 1,4 Milliarden Dollar (1,07 Milliarden Euro).

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X-47B: Die Drohne ist gelandet
Jubel und Kritik

Die Landung der Drohne verlief nach dem gleichen Prinzip wie die eines bemannten Flugzeugs: Sie fuhr einen Haken aus, der dann von einem Kabel an Bord des Flugzeugträgers gehalten wird. Dadurch wird die Maschine schnell abgebremst.

Vor dem Manöver auf der USS "George H.W. Bush" hat die Marine die Drohnenlandung an Land beim Stützpunkt Patuxent River (US-Bundesstaat Maryland) geübt.

"Man hat nicht oft die Chance, die Zukunft zu sehen. Aber genau das war es, was wir heute konnten", schwärmte Marineminister Ray Mabus nach der Landung. Es sei ein wunderbarer Tag für die Luftfahrt.

Es gibt auch Kritik. Loren Thompson vom Lexington Institute beispielsweise stellt die Frage, ob die Marine überhaupt solche Drohnen benötigt. Die Navy müsse erst einmal beurteilen, ob sie mit UCLASS-Drohnen etwas erreichen könne, das nicht genauso gut mit bemannten Flugzeugen sowie an Land stationierten Drohnen zu bewältigen sei. "Können wir Drohnen von Flugzeugträgern aus starten? Ja, das können wir. Gibt es einen guten Grund, das zu tun? Das ist nicht so klar", sagt Thompson.

Nachfolger soll 2020 fliegen

Weniger als eine Stunde nach der ersten Landung hob die Drohne wieder vom Flugzeugträger ab und landete erneut. Auch für die kommenden Tage sind weitere Landungen geplant.

Das nächste Ziel, das die US-Marine mit einer Drohne erreichen will, ist auch schon klar: Ein unbemanntes Flugzeug soll im Flug aufgetankt werden. Mit lediglich einer Tankfüllung liegt die Reichweite der X-47B bei rund 3200 Kilometern.

Das Modell X-47B ist ein Testflieger, in Routineeinsätze wird es nie eingebunden werden. Stattdessen sollen die Übungen mit der Drohne dabei helfen, neue unbemannte Flugzeugtypen für die Marine zu entwickeln. Diese Flugzeuge könnten 2020 einsatzbereit sein, sagt Mat Winter, der das Drohnenprogramm der US-Marine betreut.

Vier Unternehmen kommen in Betracht, diese Drohnen zu bauen: Northrop, Boeing, Lockheed Martin und General Atomics. Wer den Zuschlag für das sogenannte UCLASS-Programm erhält, soll laut Winter im Geschäftsjahr 2014 entschieden werden.

Wie auch immer es um ihre Nachfolger bestellt ist, die Zukunft der beiden X-47B-Modelle ist klar: Sie gehen demnächst in den Ruhestand - als Ausstellungsstücke in Patuxent River und Pensacola (US-Bundesstaat Florida).

wbr/AP/Reuters

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insgesamt 101 Beiträge
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1.
glen13 11.07.2013
Zitat von sysop"Man hat nicht oft die Chance, die Zukunft zu sehen. Aber genau das war es, was wir heute konnten", schwärmte Marineminister Ray Mabus nach der Landung. Es sei ein wunderbarer Tag für die Luftfahrt. X-47B: Drohne glückt Landung auf Flugzeugträger - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/x-47b-drohne-glueckt-landung-auf-flugzeugtraeger-a-910546.html)
Vor dieser Zukunft graut es mir.
2. Und noch einmal...
Humboldt 11.07.2013
Zitat von sysopDas Manöver ist anspruchsvoll für Piloten, nun ist es auch mit einem unbemannten Flugzeug geglückt. Die US-Marine feiert die Landung einer Drohne auf einem Flugzeugträger. X-47B: Drohne glückt Landung auf Flugzeugträger - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/x-47b-drohne-glueckt-landung-auf-flugzeugtraeger-a-910546.html)
Exakt die gleiche Meldung gab es bereits vor einem halben Jahr! Lieber SPIEGEL, ich bitte um Aufklärung
3. Sinnloser "Erfolg" und rausgeschmissenes Geld
gog-magog 11.07.2013
Ein Malaria-Impfstoff wäre wichtiger.
4. Is it just me...
joachim-neudert 11.07.2013
... oder sieht das Ding nicht genau wie ein Cylon Raider aus? Die Welt entwickelt sich gerade so rasant in die hartnäckig falsche Richtung, man weiß gar nicht mehr in welchem Film man ist. Die letzten 5 Wochen sah es nach "Terminator" aus, Skynet aka NSA kommt ja gut voran. Und jetzt Cylonische Jäger... ;-) Beste Grüße Joachim Neudert
5. optional
proteo13 11.07.2013
Was für ein "Erfolg"! Mehr bekommen die AMI's auch nicht mehr auf die Beine. Abgesehen von ihren Schrottfilmen, die diese Technik noch verherrlichen.
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Überwachen und Töten: Wie die USA Drohnen nutzen

Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS