Neuer X Prize: Zwei Millionen Dollar für Vermessung saurer Ozeane

Um die Versauerung der Meere besser zu verstehen, hat die X Prize Foundation zwei Millionen Dollar ausgelobt. Das Geld geht an Forscher, die billige und präzise Messgeräte entwickeln.

Unterwasserwelt vor Hawaii: Günstige Sensoren zur pH-Wert-Messung gesucht Zur Großansicht
Corbis

Unterwasserwelt vor Hawaii: Günstige Sensoren zur pH-Wert-Messung gesucht

Hamburg - Die immer höheren Kohlendioxid-Werte in der Atmosphäre sorgen nicht nur für steigende Temperaturen. Sie lassen auch die Ozeane versauern. Die Meere nehmen nämlich gut ein Viertel des von der Menschheit ausgestoßenen CO2 auf. Im Wasser reagiert das Kohlendioxid zu Kohlensäure. Dieses lässt den pH-Wert des Wassers sinken, die Meere werden saurer - mit tiefgreifenden Folgen für die marinen Ökosysteme.

Wie schnell sich der pH-Wert der Meere wo ändert, das wissen Geoforscher allerdings nur grob. Das liegt auch an fehlenden Sensoren, welche die Versauerung über längere Zeiträume und auch in größeren Tiefen dokumentieren. Um dieses in erster Linie technische Problem zu lösen, hat die X Prize Foundation zwei neue Wissenschaftspreise ausgelobt.

Je eine Million Dollar bekommen die Forscher die besonders günstige beziehungsweise besonders genaue pH-Messgeräte für den Meereseinsatz entwickeln. Die Stiftung wird dabei von Wendy Schmidt unterstützt, der Ehefrau des Google-Managers Eric Schmidt - daher auch der offizielle Name Wendy Schmidt Ocean Health Prize. Der Wettbewerb läuft über 22 Monate. "Wir haben Sensoren, um die Lebenssignale unserer Körper zu überwachen", sagte Paul Bunje von der X Prize Foundation. Genauso brauche man Sensoren, um die Versauerung der Ozeane zu beobachten.

Expertenschätzungen zufolge wird der ph-Wert der Meere bis 2050 um etwa 0,26 Einheiten unter den vorindustriellen Wert sinken. Bis Ende des 21. Jahrhunderts ist ein Absinken um 0,4 bis 0,5 Einheiten denkbar - je nachdem, wie stark der Kohlendioxid-Ausstoß weltweit steigt.

Fotostrecke

6  Bilder
Gefährdete Korallenriffe: Wiegen des Lebens
Die Ozeanversauerung bedroht unter anderem Korallenriffe - aber auch Weichtiere und Stachelhäuter, wie Seesterne und Seeigel. Die Meeresbewohner lösen sich buchstäblich auf. Die Tierarten reagieren verschieden auf die Versauerung. Forscher erklären dies mit Unterschieden in den Körperfunktionen. Fische können beispielsweise sinkende pH-Werte in ihrem Blut wieder ausgleichen. Korallen hingegen fehlen die physiologischen Mechanismen, um erhöhte Kohlendioxid-Werte zu kompensieren. Dies beeinträchtigt dann zum Beispiel die Kalkbildung.

Die X Prize Foundation wurde 1995 als Non-Profit-Organisation gegründet. Für weltweite Furore sorgte die Stiftung 2004, als sie zehn Millionen Dollar für den ersten privaten suborbitalen Raumflug auszahlte. "SpaceShipOne" hatte eine Höhe von 100 Kilometern erreicht.

hda

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Technik
RSS
alles zum Thema Meeresforschung
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite

Testen Sie Ihr Wissen!