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Zulassung erteilt: Fliegendes Auto darf in die Luft gehen

In den USA darf das erste fliegende Auto der Welt in die Serienproduktion gehen. Sicherheitstechnik hatte das Fahr- und Flugzeug eigentlich zu schwer gemacht. Jetzt haben die Aufsichtsbehörden aber doch eine Ausnahmegenehmigung erteilt - und der Transition darf regulär abheben.

Fliegendes Auto: Einfach in die Luft gehen Fotos
AP

Washington - Das Prinzip ist aus Film und Fernsehen bekannt: Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich ein Auto in ein Flugzeug. Dessen Insassen entkommen damit in letzter Sekunde ihren Verfolgern, indem sie von der Straße abheben und einfach davon schweben. So gesehen zum Beispiel im Jams-Bond-Streifen "Der Mann mit dem goldenen Colt", in dem sich die Bösewichter Francisco Scaramanga und Schnick Schnack auf diese Weise mit ihrem AMC Matador Coupé vor dem britischen Geheimagenten in Sicherheit bringen - mit ihrer ahnungslosen Geisel Mary Goodnight im Kofferraum.

Nun kann in den USA tatsächlich das erste fliegende Auto in Serie gehen: der Transition. Die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat der Herstellerfirma Terrafugia dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Zunächst hatte es Probleme gegeben, weil das fliegende Auto rund 50 Kilogramm über der offiziellen Gewichtsgrenze für Leichtflugzeuge liegt. Schuld daran war spezielle Sicherheitsausstattung, die für die Zulassung als Auto nötig war: Airbags, Knautschzone, Überrollkäfig. Schließlich ließen sich die FAA-Experten doch noch überzeugen.

Auf der Straße ist der Transition mit eingeklappten Flügeln und Frontantrieb unterwegs. Soll es in die Luft gehen, müssen die Flügel ausgeklappt werden. Um die Fortbewegung kümmert sich dann ein Propeller am Heck, der das Gerät auf rund 185 Kilometer in der Stunde beschleunigen soll. Die Reichweite soll bei 740 Kilometern liegen.

Terrafugia hatte den fliegenden Zweisitzer, der mit einem 100-PS-Motor angetrieben wird, im vergangenen Jahr erfolgreich getestet. Auf einer Startbahn in Plattsburgh im US-Bundesstaat New York hatte der weiße Flitzer mehrere Starts und Landungen erfolgreich absolviert. Nun sollen in diesem Jahr nach Firmenangaben zunächst 20 Flugautos gebaut werden. Rund 70 Interessenten hätten bereits eine Anzahlung geleistet, erklärte das Unternehmen.

Das Transition-Auto ist auch für Nicht-Piloten attraktiv, weil man keinen richtigen Pilotenschein braucht, um es zu fliegen. Eine Sportpiloten-Lizenz genügt, für die man in den USA rund 20 Trainingsstunden absolvieren muss. Allerdings braucht man immer noch rund 160.000 Euro um sich das extravagante Fluggerät kaufen zu können.

chs

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