Cattenom Zwischenfall in AKW an deutscher Grenze

Erneuter Zwischenfall im französischen AKW Cattenom nahe der deutschen Grenze: Zwei Reaktorblöcke mussten abgeschaltet werden, ein zweiter Kühlwasserkreislauf wurde angeschaltet.

AKW Cattenom in Ostfrankreich: Nur ein Reaktorblock in Betrieb
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AKW Cattenom in Ostfrankreich: Nur ein Reaktorblock in Betrieb


Hamburg/Paris - Im französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat es erneut eine Panne gegeben. In der Nacht zum Montag mussten die Reaktorblöcke 3 und 4 abgeschaltet werden, weil eine Anlage zur Kühlwasserfilterung nicht ordnungsgemäß funktionierte.

Nach Angaben des französischen Kraftwerkbetreibers EDF hatte der Zwischenfall keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen sowie Personal und Umwelt. Der zweite Kühlwasserkreislauf sei angesprungen und habe ordnungsgemäß funktioniert, hieß es. Er allein sei in der Lage, die Reaktoren zu kühlen.

Wegen technischer Problemen mussten in diesem Jahr bereits mehrfach Reaktoren der Nuklearanlage unplanmäßig abgeschaltet worden. Die Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Luxemburg fordern mittlerweile die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks, weil die Sicherheitstechnik nicht dem heutigen Stand entspreche. Cattenom ist nur wenige Kilometer von Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.

Mieses Zeugnis für französische AKW im EU-Stresstest

Die Reaktorblöcke 3 und 4 sollen nach Reparaturarbeiten schnellstmöglich wieder ans Netz gehen. Derzeit ist nach Angaben von EDF nur Reaktorblock 1 in Betrieb. Anlage 2 wurde Ende September für routinemäßige Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Ein Stresstest der Atomkraftwerke in der EU hatte im Oktober gerade den französischen AKW ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Sie schnitten im EU-Vergleich besonders schlecht ab. Kritikpunkte sind vor allem fehlende oder ungenügende Erdbeben-Messgeräte, die sichere Lagerung von Unfallausrüstung und Mängel bei der Prüfung von Erdbeben- und Flutgefahren.

Frankreich ist nach den USA der weltweit zweitgrößte Betreiber von Atomkraftanlagen und bezieht 75 Prozent seines Stroms aus Nuklearreaktoren. Die traditionell hohe Akzeptanz der Atomindustrie in Frankreich hatte nach dem Unglück von Fukushima einen ersten Dämpfer erhalten.

boj/dpa



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insgesamt 71 Beiträge
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Seite 1
manni-two 15.10.2012
1. Störfall in AKW...
bitte nicht so verniedlichen mit "Zwischenfall"
rationalism 15.10.2012
2.
Oh, ist im AKW Cattenom ein Sack Reis umgefallen? Und ausgerechnet heute, wo sich die EEG-Umlage verdoppelt hat, so ein Zufall.
herbert_sax 15.10.2012
3. Lieber SPON,
ihr habt es geschafft mit euren Linksgrünen Journalisten, die Hälfte der Deutschen AKWs totzuschreiben, aber bei französischen Kraftwerken wird euch das nicht gelingen, denn die Franzosen heizen elektrisch mit preiswertem Strom und verfolgen sehr genau wohin die Preise des deutschen Angststromes gerade steigen. Inzwischen auf das 2,5 fache. Beeindrucken könnt ihr mit eueren Berichten über Trivialstörugen in Frankreich niemanden. Höchstens die grüngetupften Einwohner von Freiburg. Hört endlich auf mit euren missionarischen Anti-AKW Kampagnen in Ländern in denen ihr nichts zu bestimmen habt.
no-panic 15.10.2012
4.
Zitat von herbert_saxihr habt es geschafft mit euren Linksgrünen Journalisten, die Hälfte der Deutschen AKWs totzuschreiben, aber bei französischen Kraftwerken wird euch das nicht gelingen, denn die Franzosen heizen elektrisch mit preiswertem Strom und verfolgen sehr genau wohin die Preise des deutschen Angststromes gerade steigen. Inzwischen auf das 2,5 fache. Beeindrucken könnt ihr mit eueren Berichten über Trivialstörugen in Frankreich niemanden. Höchstens die grüngetupften Einwohner von Freiburg. Hört endlich auf mit euren missionarischen Anti-AKW Kampagnen in Ländern in denen ihr nichts zu bestimmen habt.
So ein Schundblatt würde ich an Ihrer Stelle gar nicht mehr lesen. Wenn der Strom in Frankreich mal nicht mehr staatlich subventioniert wird, wird er etwa das 2,5 fache des deutschen Stroms kosten. Naja, Sie anscheinend schon.... Grüngetupft? In der Innenstadt stehen ein paar silbern- oder goldangemalte Typen rum und erschrecken kleine Kinder, aber grüngetupft habe ich noch nicht gesehen. Zu bestimmen haben Journalisten nirgendwo etwas, die berichten nur. Wenn ein Kühlkreislauf in einem Atomkraftwerk ausfällt, zB. Das ist nämlich nicht toll, weil ein ungekühlter Reaktor in etwa so abgeht, wie Sie in Ihrem Posting. Wenn man da nicht ganz schnell für Abkühlung sorgt, kann das Ding ganz doof hochgehen, das sollten Sie wissen.
wohlmein 15.10.2012
5. ALLES WIRD GUT. Denn täglich grüßt das Murmeltier
Zitat von sysopDPAErneuter Zwischenfall im französischen AKW Cattenom nahe der deutschen Grenze: Zwei Reaktorblöcke mussten abgeschaltet werden, ein zweiter Kühlwasserkreislauf wurde angeschaltet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/zwischenfall-im-franzoesischen-akw-cattenom-an-deutscher-grenze-a-861379.html
Und wenn dann noch die Karten vernichtet werden, die zeigen, welcher GAU wo wieviel unseres Lebensraums vernichtet, können die Maissäcke meinetwegen Domino spielen. Und Krieg ? Nach 45 gabs doch nur kleine Scharmützelchen! Will uns da jemand Angst machen? Keine Chance !
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