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Datenlese So funktioniert der ÜberMorgen-Explorer

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Mit dem ÜberMorgen-Explorer können Sie Ihr Konsumverhalten im globalen Vergleich einordnen. Welche Annahmen und Datensätze stecken hinter der interaktiven Anwendung? In diesem Artikel finden Sie alle Details zur Methodik, gegliedert nach Fragen.

Hier kommen Sie zum ÜberMorgen-Explorer.

Wie hoch ist der Anteil Ihrer Lebensmittelkosten?

Ihre Angabe wird verglichen mit den Daten des Statistischen Bundesamts zu den Konsumausgaben privater Haushalte für Nahrungsmittel im Verhältnis zu den Konsumausgaben insgesamt.

Achten Sie beim Einkauf auf Fairtrade-Produkte?

Die Angaben zur Entwicklung des Fairtrade-Marktes in Deutschland stammen aus einer Veröffentlichung des Forums Fairer Handel, eines bundesweiten Netzwerks der Branche. Die Angaben schließen sowohl das Fairtrade-Produktsiegel des internationalen Dachverbands Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) als auch Fair-Handels-Importorganisationen, Weltläden und Aktionsgruppen ein.

Achten Sie beim Einkauf auf Bioprodukte?

Bei der repräsentativen Umfrage, auf die hier Bezug genommen wird, handelt es sich um das "Ökobarometer 2013", eine Befragung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt wurde.

Dass viele Bioprodukte aus dem Ausland importiert werden, lässt sich beispielsweise in einer Veröffentlichung der Agrarmarkt-Informations-GmbH und des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau nachlesen.

Die europäischen Vergleichsdaten zum Pro-Kopf-Bio-Konsum stammen vom Forschungsinstitut für ökologischen Landbau. Die zugrunde liegenden kaufkraftbereinigten Daten für 2014 sind noch nicht online verfügbar.

Achten Sie beim Einkauf auf regionale Produkte?

Die repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2013, auf die im Spiel Bezug genommen wird, wurde von dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Mehr über die Energiebilanz des Apfels aus Neuseeland erfahren Sie zum Beispiel in diesem SPIEGEL-ONLINE-Artikel. Die Empfehlung des Naturschutzbund Deutschland lässt sich hier nachlesen.

Wie groß ist Ihr Anteil ungenutzter Kleidung?

Ihre prozentuale Angabe wird verglichen mit den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage, die 2015 im Auftrag von Greenpeace durchgeführt wurde.

Die Angaben zum Wasserverbrauch für die Herstellung von Jeans und T-Shirts stammen aus einem Bericht aus dem Jahr 2005 des Unesco-IHE, einem Institut, das zum Thema Wasser lehrt und forscht. Sie weichen etwas von den Zahlen ab, die Greenpeace in seiner Kleidungsstudie nennt.

Wie groß ist Ihr Fleischkonsum im Vergleich?

Der Wasserverbrauch zur Herstellung verschiedener Lebensmittel ist auf der Seite des Water Footprint Network aufgelistet. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden laut dieser Quelle rund 15.400 Liter pro Kilogramm benötigt. Für ein Kilogramm Kartoffeln sind es hingegen 290 Liter pro Kilogramm.

Die Daten zum Landverbrauch für Rindfleisch und Kartoffeln stammen aus dem Bericht "Schwere Kost für Mutter Erde" des World Wide Fund for Nature (WWF). Das zugrunde liegende Konzept des virtuellen Landhandels wird in dem WWF-Bericht "Fleisch frisst Land" erläutert.

Die internationalen Vergleichsdaten stammen von der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen. Sie geben an, welche Fleischmenge pro Jahr pro Kopf verfügbar ist. Um Ihre Angaben mit den Daten der Vereinten Nationen vergleichen zu können, schätzen wir, wie viel Fleischabfälle pro Kilogramm verzehrtem Fleisch entstehen. Dazu bedienen wir uns der Berechnungen aus dem Bericht "Global Food Losses and Food Waste" der FAO, nach denen in Europa durchschnittlich 23,8 Prozent des produzierten Fleisches weggeschmissen werden.

Für die Umrechnung Ihres Fleischkonsums in CO2-Äquivalente nehmen wir die Berechnungen aus einer Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung als Grundlage und kombinieren diese mit Angaben aus dem Statistischen Jahrbuch des BMEL zum Fleischkonsum der deutschen Bevölkerung. Diese sind detaillierter aufgeschlüsselt als die FAO-Angaben, kommen aber auf einen ähnlichen Gesamtwert. Wir gehen dabei davon aus, dass das Fleisch aus konventioneller Haltung stammt.

An dieser und anderen Studien wurden zum Beispiel vom Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass sie mit sehr unterschiedlichen Annahmen arbeiten. Die Aussagekraft dieser Studien muss daher kritisch hinterfragt werden. Wir verwenden die erwähnte Studie dennoch, um einen ungefähren Anhaltspunkt zu geben. Verglichen mit den Schätzungen des Öko-Instituts Freiburg für die CO2-Emissionen verschiedener Lebensmittel sind die von uns angenommenen Werte etwas niedriger.

Daraus ergeben sich für ein Kilogramm Fleisch konventioneller Herkunft in für deutsche Verbraucher typischer Zusammensetzung 3,89 Kilogramm CO2-Äquivalente. Mit diesem Wert und Ihrer persönlichen Eingabe lässt sich das individuelle Einsparpotential errechnen. Für den Vergleich Ihres persönlichen CO2-Wertes mit einer Autofahrt ziehen wir den Wert für den CO2-Ausstoß eines mittelgroßen Benziners aus dem SPIEGEL-ONLINE-Klimarechner heran.

Der CO2-Ausstoß für eine Flugreise lässt sich zum Beispiel mit dem Klimarechner des Umweltbundesamts berechnen.

Dass ein geringerer Fleischkonsum Wasser und Ackerland sparen sowie die Biodiversität positiv beeinflussen kann, lässt sich zum Beispiel aus dem Bericht "Livestock's long shadow"der FAO ableiten.

Wie viele Lebensmittel landen bei Ihnen im Müll?

Die Angaben zur Gesamtmenge der pro Jahr weltweit weggeworfenen Lebensmittel stammen aus dem oben erwähnten FAO-Bericht "Global Food Losses and Food Waste", ebenso wie die Daten für den Vergleich der Nahrungsmittelabfälle zwischen unterschiedlichen Regionen weltweit.

Die Schätzung der FAO für Europa (Verbraucher werfen im Schnitt ca. 95 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg) deckt sich ungefähr mit der oberen Schätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (92 Kilogramm pro Kopf und Jahr).

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen lassen sich zum Beispiel hier im Detail nachlesen.

Die Daten für den Vergleich Ihrer Angaben mit europäischen Ländern stammen aus einer Studie von Forschern in Karlsruhe. Auch der Mittelwert für Pro-Kopf-Lebensmittelabfälle von Verbrauchern in Deutschland wurde dieser Studie entnommen. Für viele weitere Länder - etwa für die Schweiz - gibt es ebenfalls Abschätzungen dazu, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Da diese Daten jedoch anders ermittelt wurden als die der Karlsruher Forscher, sind die Werte schwer vergleichbar und werden nicht zusammen auf der Karte dargestellt.

Wie viel Elektroschrott erzeugen Sie?

Die internationalen Vergleichsdaten stammen aus dem E-Waste-Monitor-Bericht der United Nations University (Unu) aus dem Jahr 2014. Es handelt sich dabei um Schätzungen, die aus Import- und Exportdaten sowie der geschätzten Lebensdauer von elektrischen und elektronischen Geräten abgeleitet wurden. In den Daten sind sowohl die von privaten Haushalten als auch die von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen erzeugten Müllmengen enthalten.

Um Ihre Angaben mit den Werten des E-Waste-Monitors vergleichen zu können, müssen wir wissen, welche Menge Elektroschrott pro Kopf von öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen erzeugt wird. Experten der United Nations University schätzen diesen Anteil für Deutschland im Jahr 2014 auf 2,41 Kilogramm pro Einwohner, also etwa zwölf Prozent des insgesamt erzeugten Elektroschrotts. Diesen Anteil addieren wir zu Ihrer Angabe hinzu. Der vom Umweltbundesamt (UBA) im Jahr 2013 erfasste Anteil liegt etwas über dem von der Unu berechneten Wert: Demnach stammten etwa 16 Prozent der erfassten Elektroaltgeräte nicht aus privaten Haushalten.

Im Gegensatz zu den Angaben des E-Waste-Monitors handelt es sich hierbei nicht um berechnete, sondern um gesammelte und gewogene Mengen. Geräte, die nicht auf offiziellem Weg entsorgt werden, erfasst diese Statistik also nicht. Die Uba-Daten weichen daher stark von den Daten des E-Waste-Monitors ab. Für das Jahr 2013 ergeben sie eine Pro-Kopf-Elektroschrottmenge von 8,9 Kilogramm für Deutschland. Der E-Waste-Monitor schätzt hingegen eine Menge von 21,6 Kilogramm für das Jahr 2014. Da nur der E-Waste-Monitor internationale Daten liefert, nutzen wir für den Vergleich Ihrer Angaben diese berechneten Werte.

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