Uno-Nachhaltigkeitsziele Die vermessene Vision

Zehn Monate, zehn Ziele, zehn Reportagen - das Projekt Expedition ÜberMorgen startet an der Supermarktkasse und führt per interaktivem Globus um die ganze Welt. Das steckt dahinter.

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Die Erde, von ganz weit oben
REUTERS

Die Erde, von ganz weit oben


Krieg in Syrien, Anschlag in Ankara, Geflüchtete in überfüllten, provisorischen Lagern, Rechtsruck in Deutschland: Die Nachrichten der vergangenen Tage und Wochen geben keinen Anlass, von einer friedlichen Welt ohne Ungleichheit zu träumen. Und doch skizzieren die Vereinten Nationen in ihren Nachhaltigkeitszielen genau eine solche Vision: Armut und Hunger soll es im Jahr 2030 nicht mehr geben. Klimawandel und Artensterben gilt es aufzuhalten, Konflikte und Ausbeutung zu stoppen.

Gleich 17 Ziele mit 169 Unterzielen haben die Länder sich im vergangenen September gesetzt. Das klingt ambitioniert - oder ist es unrealistisch? Das SPIEGEL-ONLINE-Projekt Expedition ÜberMorgen wird die Zukunftsagenda der Uno in den kommenden zehn Monaten unter die Lupe nehmen, sie in Reportagen, Hintergrundartikeln und Datenanalysen von allen Seiten beleuchten: Wie weit ist der Weg zu den Zielen? Was sind die Hindernisse ? Welche guten Ansätze gibt es bereits? Und wie kann jeder einzelne zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele beitragen?

Was sind die nächsten Etappen?

Das erste Thema des Projekts: nachhaltiger Konsum. Kann es förderlich für Mensch und Umwelt sein, wenn deutsche Verbraucher im Discounter Bio-Obst und -Gemüse kaufen, das am südlichen Rand Europas mühsam bewässert und dann per Lkw bis nach Deutschland gekarrt wird? SPIEGEL-ONLINE-Autor Nicolai Kwasniewski ist dieser Frage auf den Bio-Feldern Siziliens nachgegangen.

Wie jeder einzelne zum Erreichen der Uno-Nachhaltigkeitsziele beitragen kann, verrät der ÜberMorgen-Explorer - eine interaktive Anwendung, die das eigene Verhalten im internationalen Vergleich einordnet - und Möglichkeiten aufzeigt, die Welt tatsächlich im eigenen Alltag ein kleines bisschen besser zu machen.

In den kommenden Wochen wird sich die Projekt-Webseite mit weiteren Texten, Bildern und Videos zum Schwerpunkt Konsum füllen - etwa über kluge Alternativen zu Kleidung aus Baumwolle oder darüber, wie Elektroschrott recycelt werden sollte und wie besser nicht. Außerdem werden hilfreiche Apps für nachhaltigen Konsum vorgestellt.

Der Newsletter - das Logbuch der Expedition - wird in regelmäßigen Abständen über neue Beiträge des Projekts informieren und zusätzliche Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit sammeln. Bis zum Jahresende wird jeden Monat ein neuer Schwerpunkt im Fokus stehen - die nächste Etappe der Expedition ist das Thema weltweite Gesundheit.

Logbuch - der Newsletter zum Projekt #ÜberMorgen

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Projekte für eine etwas bessere Welt

Die Nachhaltigkeitsziele sind verbunden mit einer Vielzahl von Indikatoren. Sie sollen messen, wo die Menschheit steht auf ihrem Weg zu einer besseren Welt. Diese Datengrundlage wird kritisch diskutiert werden: Wie sinnvoll ist es zum Beispiel, die Armutsgrenze bei einem Einkommen von 1,25 Dollar pro Tag zu definieren, wenn Menschen mit drei oder vier Dollar ohne ausreichende Wasserversorgung unter katastrophalen hygienischen Zuständen leben, wie es zum Beispiel eine Reportage des ZDF eindrücklich gezeigt hat? Wie sinnvoll ist es, neue Ziele zu beschließen, wenn die Uno-Milleniumsziele aus dem Jahr 2000 noch lange nicht erreicht sind?

Neben diesem kritischen Blick soll das Projekt auch zeigen, wie der Weg hin zu einer besseren Welt aussehen könnte. Es gibt bereits viele positive Entwicklungen - nur vollziehen sie sich meist eher langfristig und im Stillen, nicht mit lautem Getöse auf den Titelseiten der Medien.

Der schwedische Medizinprofessor Hans Rosling macht mit den Zuhörern seiner Vorträge gerne ein Quiz, das er als Schimpansen-Test vorstellt: Affen beantworten Fragen zu weltweiten Trends nach dem Zufallsprinzip erfolgreicher als Menschen. Denn die sind voreingenommen und schätzen die globale Entwicklung viel zu pessimistisch ein.

Expedition ÜberMorgen will deshalb auch zeigen, dass nachhaltiges Leben Spaß machen und inspirieren kann.

Ihr Feedback ist uns jederzeit sehr willkommen. Sie erreichen uns unter der E-Mail-Adresse uebermorgen@spiegel.de .

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Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
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Kaian 17.03.2016
1. Gut
dass nicht nur über Politiker gelästert werden kann, sondern dass auch persönlich was getan werden muss.
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