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12.08.2002
 

Simulierte Erdrettung

Kamikaze-Sonde soll Asteroiden ablenken

Was tun, wenn tatsächlich ein Himmelskörper auf die Erde zurauscht? Ein spanisches Unternehmen will den Notfall simulieren: Eine Sonde soll probeweise einen Asteroiden aus dem Weg räumen.

Kleinplanet Ida: Asteroidenabwehr mit Projektil-Sonden?
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NASA/ JPL

Kleinplanet Ida: Asteroidenabwehr mit Projektil-Sonden?

Die Dinosaurier konnten sich gegen ihren Untergang nicht wehren: Vor 65 Millionen Jahren machte ihnen, wie viele Forscher vermuten, ein niederstürzender Himmelskörper den Garaus. Derlei Ungemach soll dem Menschen erspart bleiben: Alarmiert von einigen Asteroiden, die nur knapp die Erde verfehlten, zerbrechen sich Experten den Kopf über mögliche Rettungsaktionen für den Blauen Planeten.

Eine der vorgeschlagenen Methoden zur Asteroidenabwehr könnte bald getestet werden: Das spanische Unternehmen Deimos Space will einen kosmischen Felsbrocken probeweise mit einer Sonde ablenken. Die Luft- und Raumfahrtexperten aus Madrid arbeiten derzeit an einer Machbarkeitsstudie und hoffen, ihr Vorhaben mit Mitteln der Europäischen Weltraumagentur Esa in die Tat umsetzen zu können.

Bei der "Don Quichotte" genannten Mission sollen zwei Raumfahrzeuge, "Hidalgo" und "Sanchez", zu einem geeigneten Asteroiden starten. "Hidalgo" dient dabei als Projektil: Die Sonde soll mit einem hohen Tempo von rund zehn Kilometern pro Sekunde auf den Himmelskörper prallen, um seine Bahn leicht zu verändern. "Sancho" wird derweil das Zielobjekt in sicherer Distanz umkreisen und die Folgen des Einschlags beobachten.

Zum Ablenken eines Asteroiden braucht man keine kostspieligen Superwaffen, glaubt das Unternehmen: Ein rechtzeitiger Ruck nur um Bruchteile eines Millimeters könnte die Bahn auf lange Sicht ausreichend verändern. "Wir versuchen, die Machbarkeit dieser Mission zu demonstrieren", sagte Jose-Antonio González von Deimos Space zu "BBC News Online". "Nicht nur, was astrodynamische Kalkulationen und technische Anforderungen angeht, sondern auch in finanzieller Hinsicht."

Bis 2003 wollen die Spanier ihre fertigen Pläne der Esa vorlegen. Falls diese das nötige Geld bereitstellt, könnten "Hidalgo" und "Sanchez" wertvolle Daten für echte irdische Notsituationen sammeln, meint González. "Die Ergebnisse des Experiments würden entweder unsere vorgeschlagene Strategie bestätigen", so der Fachmann. "Oder wir müssen über andere Lösungen nachdenken, etwa ein auf dem Asteroiden befestigtes riesiges Solarsegel, das ihn mit Hilfe des Sonnenwindes ablenkt."

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