Immer mal wieder bekommt die Erde Besuch vom Mars - in Form kleiner oder größerer Gesteinsbrocken. Während der letzten gut 100 Millionen Jahre, in kosmischen Dimensionen ein Wimpernschlag, konnten Astronomen sechs bis sieben Perioden ausmachen, in denen das Bombardement vom Roten Planeten besonders intensiv war.
Die Wahrscheinlichkeit, dass in demselben Zeitraum nur ein einziger Meteorit auf dem Mars einschlägt und entsprechend viel Gestein ins All befördert, ist allerdings äußerst gering. Seit langem rätseln Astronomen daher, woher die relativ jungen Funde auf der Erde stammen.
Wissenschaftler aus den USA und aus Russland warten nun mit einer neuen Erklärung auf. In einer vom Fachmagazin "Science" im Internet veröffentlichten Studie präsentieren die Forscher um James Head von der University of Arizona eine aufwendige Computersimulation, die erstaunlich gut mit den beobachteten Daten übereinstimmt.
Demnach können Krater mit einem Durchmesser von nicht mehr als drei Kilometern bis zu zehn Millionen dezimetergroße Gesteinsbrocken freischlagen - genug, um auch noch auf der Erde Spuren der kosmischen Fracht feststellen zu können. Wie die Wissenschaftler schreiben, ist dieser minimale Kraterdurchmesser mehr als viermal kleiner als zuvor angenommen. Und mit den kleineren Kratern steigt die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags mit den entsprechenden Folgen.
Verglichen mit früheren Untersuchungen haben die Forscher ihr Hauptaugenmerk auf die Beschaffenheit der Marsoberfläche gelegt. Besteht diese aus einem eher weichen, bis zu 100 Meter dick geschichteten Material, wie es durch frühes kosmisches Bombardement entstanden ist, sind größere Einschläge nötig. Entsprechend selten wird dieses Material ins All geschleudert.
Da die dicken, staubigen Regionen in der Regel auch älteren Ursprungs sind, müsste, so die Berechnungen der Forscher, überproportional viel junges Gestein die Erde erreichen - genau wie beobachtet: Während die größten Teile der staubigen Marsoberfläche rund 3,9 Milliarden Jahre alt sind, weisen die auf der Erde registrierten Marsspuren ein geologisches Alter von 100 Millionen Jahren auf.
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