Tiefe Kanäle, ein Netzwerk von Tälern, charakteristische Ablagerungen: Die Oberflächenformen auf dem Mars deuten darauf hin, dass einmal große Mengen Wasser über den Roten Planeten geflossen sind. Bislang gingen viele Astronomen davon aus, dass klimatische Veränderungen in der Mars-Atmosphäre zu einer Art Treibhauseffekt geführt haben, in dessen Folge starke Niederschläge zu Überschwemmungen und mächtigen Flüssen geführt haben.
Die Marstäler durchschneiden allerdings die ältesten Regionen des mehr als vier Milliarden alten Himmelskörpers, wie Teresa Segura von der University of Colorado im US-Wissenschaftsmagazin "Science" schreibt. Offensichtlich entstanden sie bereits zu einer Zeit, als der Mars noch einem starken Bombardement durch Kometen und Meteoriten ausgesetzt war.
Die Forscherin hat deshalb zusammen mit Kollegen der Nasa berechnet, wie sich diese Einschläge auf den Wasserhaushalt des Planeten auswirken konnten. Demnach könnten die gewaltigen Brocken große Mengen an Wasserdampf freigesetzt haben - entweder aus dem Kometen selbst, aus dem Marsgestein oder aus Eis an der Oberfläche. Zugleich ließ die Energie der Einschläge in der Erde gefrorenes Wasser schmelzen.
Beides hätte den Berechnungen der Astronomen zufolge genug Wasser erzeugt, um tiefe Täler auf der Marsoberfläche zu hinterlassen. Der Idee eines Treibhauseffekts, der auch Leben auf dem Mars hätte entstehen lassen, stehen die Wissenschaftler dagegen skeptisch gegenüber. "Wir gehen von einem fast endlosen Winter aus", sagt Segura. "Ein Winter, der nur von kurzen, brühend-heißen Regenfällen und starken Fluten unterbrochen wurde."
Auf einen kalten und trockenen Mars deuten auch neue Aufnahmen der Sonde "Mars Odyssey" hin. Timothy Titus und seine Kollegen aus Arizona haben auf aktuellen Bildern entdeckt, dass am Mars-Südpol nicht nur eine riesige, aus gefrorenem Kohlendioxid bestehende Polkappe zu finden ist. An den Rändern der Schicht drängt auch gefrorenes Wasser an die Oberfläche.
Bisher war Wassereis an der Marsoberfläche nur in der Nähe des Nordpols entdeckt worden, berichten die Astronomen in einem online veröffentlichten "Science"-Artikel. Die neue Entdeckung habe nicht nur Auswirkungen auf den Wasserkreislauf des Roten Planeten, das Oberflächeneis könnte zukünftige Mars-Astronauten auch mit Wasser versorgen. Erst Anfang des Jahres hatte "Mars Odyssey" entdeckt, dass sich rund um den Südpol große Mengen an gefrorenem Wasser befinden müssten - allerdings knapp unter der Oberfläche.
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