Kurz vor seiner endgültigen Ausmusterung hat der Weltraumveteran "Galileo" noch einmal für eine Überraschung gesorgt. Bevor er auf seine letzte Runde um den Jupiter einschwenkte, hatte der Späher der US-Raumfahrtbehörde Nasa am 5. November den kleinen Innenmond Amalthea besucht - mit erstaunlichen Ergebnissen, wie sich jetzt herausstellte.
Zwar blieb die Kamera während der Passage in 160 Kilometer Entfernung ausgeschaltet. Dafür konnte "Galileo" jedoch die Anziehungskraft des kartoffelförmigen, etwa 270 Kilometer langen Brockens messen. Das Volumen von Amalthea hatten Forscher bereits anhand früherer "Galileo"-Aufnahmen berechnet, mit den neuen Daten ließen sich jetzt auch Masse und Dichte des Mondes ermitteln.
"Die Dichte ist unerwartet niedrig", sagte John Anderson vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa, der die Resultate am Montag auf einem Treffen der American Geophysical Union in San Franciso vorstellte. "Amalthea ist offenbar ein lose zusammengefügter Geröllhaufen." Den Berechnungen zufolge besteht der Trabant hauptsächlich aus Löchern - die festen Bestandteile machen einen geringeren Teil des Volumens aus.
Auch die einzelnen Brocken, die sich vermutlich gerade einmal berühren, sind den Daten zufolge nicht besonders stabil. "Amalthea scheint nicht aus einer dichten Mischung aus Felsen und Eisen zu bestehen, sondern vorwiegend aus felsigem Material und wenig Eis", beschreibt Torrence Johnson, "Galileo"-Projektwissenschaftler am JPL, die Mixtur des Mondes.
Die Entdeckung der Sonde, die im September 2003 in die Atmosphäre des Gasriesen stürzen soll, könnte bisherige Vorstellungen von der Geburt der Jupitermonde über den Haufen werfen - zuvor hatten Forscher angenommen, dass die Trabanten nach innen immer dichter werden. Womöglich ist Amalthea auch das Ergebnis einer Reihe von Unfällen: Der Felsen könne, so Anderson, ursprünglich in einem Stück entstanden sein, das dann bei Kollisionen zu Bröckchen zertrümmert wurde.
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