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03.06.2003
 

Europäische Mars-Sonde

"Ein phantastischer Start"

Fürs Erste können die Experten der Europäischen Weltraumagentur aufatmen: Die Sonde "Mars Express" ist glücklich gestartet, hat ihre Sonnensegel ausgefahren und nimmt Kurs auf den Roten Planeten.



Start der "Sojus"-Rakete: "Europa ist auf dem Weg zum Mars"
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AP

Start der "Sojus"-Rakete: "Europa ist auf dem Weg zum Mars"

Die Erleichterung kam erst Stunden nach dem Start der "Sojus"-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Zwar hatte "Mars Express", der erste europäische Marskundschafter, schon um 19.45 Uhr MESZ die Erde verlassen. Doch auf die ersten Lebenszeichen der Sonde, die den Nachbarplaneten in nicht einmal sieben Monaten erreichen soll, mussten die Experten noch warten.

Am Montagabend um 21.45 Uhr konnte das Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumagentur Esa in Darmstadt schließlich erstmals Funkkontakt zu "Mars Express" aufnehmen. Die Sonde befand sich, so die frohe Kunde, auf dem richtigen Kurs. Nach der Kontaktaufnahme fuhr das Raumvehikel planmäßig seine Sonnensegel aus, so dass auch die Stromversorgung gesichert ist.

Die Nachricht wurde von den beteiligten Forschern und Techniker mit Begeisterung aufgenommen. "Ein phantastischer Start", freute sich der Wissenschaftsdirektor der Esa, David Southwood, der den Auftakt der Mission in Baikonur verfolgt hatte. "Europa ist auf dem Weg zum Mars", verkündete der Brite. "Wir können sehr stolz darauf sein und auf die Geschwindigkeit, mit der wir dieses Ziel erreicht haben."

Landesonde "Beagle 2": Bodenproben aus zwei Meter Tiefe
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Beagle 2

Landesonde "Beagle 2": Bodenproben aus zwei Meter Tiefe

Mit geschätzten Kosten von 300 Millionen Euro ist die Mission zwar relativ günstig. Die Erwartungen sind dennoch hoch: "Mars Express" soll, so Southwood, die "bislang detaillierteste und umfassendste Erkundung des Roten Planeten" vornehmen. Zugleich hoffen die Europäern, zum ersten Mal mit den Amerikanern am Mars konkurrieren zu können.

Bislang kann nur die US-Raumfahrtbehörde rundum erfolgreiche Missionen zum Erdnachbarn vorweisen. Zwar schickten die Sowjets in den sechziger und siebziger Jahren zahlreiche Sonden gen Mars, doch die russischen Vorauskommandos gingen reihenweise verloren. Selbst die Nasa erlitt spektakuläre Fehlschläge: Erst vor vier Jahren verschwanden gleich zwei Raumfahrzeuge am Roten Planeten.

Die Europäer sind also vorgewarnt - und können erst dann richtig aufatmen, wenn das nächste kritische Manöver überstanden ist. Hat "Mars Express" sein Ziel kurz vor Weihnachten erreicht, wird er seine "Beagle 2" genannte Landeeinheit abwerfen. Gebremst von Fallschirmen und geschützt von Airbags, soll die Sonde auf den harten Marsboden prallen - ein banger Moment für die Wissenschaftler.

Nach überstandener Landung kann das stationäre Labor die Arbeit aufnehmen: Ein am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln entwickelter Bohrer soll Bodenproben aus über zwei Meter Tiefe entnehmen - darin könnten sich, so hoffen die Forscher, noch Spuren früheren Marslebens verbergen. Im Orbit wird derweil "Mars Express" den Planeten mit einer ebenfalls in Deutschland konstruierten Stereokamera kartieren.

Selbst auf dem kargen Mars wird "Beagle 2" nicht lange allein bleiben: In Kürze sollen zwei Nasa-Sonden den Spuren von "Mars Express" folgen. Ihre Fracht, zwei identische Roboterautos, könnten schon im Januar durch die staubige Einöde des Nachbarplaneten kurven. Wie der europäische Lander haben auch sie ein vordringliches Ziel: den Nachweis von Wasser, in dem sich einst marsianisches Leben getummelt haben könnte.

Martin Paetsch

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