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09.06.2003
 

Mars-Erkundung

Der erste Rover ist startklar

Kaum ist die europäische Raumsonde "Mars Express" aufgebrochen, macht sich auch schon die US-Konkurrenz bereit. Das erste von zwei Roboterautos der Nasa sollte am Sonntagabend zum Roten Planeten starten. Doch wegen stürmischen Wetters wurde der Beginn der jüngsten amerikanischen Mars-Mission auf Dienstag verschoben.



Dem Mars steht in den nächsten Monaten ein Besucheransturm von der Erde bevor: Europäer und Amerikaner nutzen die derzeit ungewöhnlich geringe Distanz zwischen den Trabanten, um insgesamt drei Sonden zum Nachbarplaneten zu schicken. Nachdem am vergangenen Montag bereits der europäische "Mars Express" gestartet ist, soll sich nun der erste US-Verfolger auf den Weg machen.

Mars-Rover (Zeichnung): "Ein Restrisiko bleibt"
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JPL/ NASA

Mars-Rover (Zeichnung): "Ein Restrisiko bleibt"

Der amerikanische Kundschafter, einer von zwei identischen Rovern, sollte am Sonntagabend frühestens um 20.05 Uhr MESZ mit einer Delta-II-Trägerrakete ins All aufbrechen. Allerdings verhinderten schlechte Wetterbedingungen den Start am Sonntag. Auch das Startfenster am Montag konnte aus diesem Grund nicht genutzt werden.

Nun plant die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die Mars-Sonde am Dienstag um 19.58 Uhr MESZ von Cape Canaveral in Florida starten zu lassen. Der Start von der Cape Canaveral Air Force Station wird live im Internet übertragen. Der zweite "Mars Exploration Rover" (MER) soll am 25. Juni die Reise zum Roten Planeten antreten.

Wenn alles reibungslos läuft, wird der erste Rover den Erdnachbarn am 4. Januar 2004 erreichen, sein Zwilling soll drei Wochen später eintreffen. In Airbags gehüllt, sollen die beiden Roboterautos den harten Aufprall auf dem Felsboden wie Gummibälle abfedern. "Um eine sichere Landung zu gewährleisten, nutzen die Rover innovative Techniken", erklärt MER-Projektmanager Peter Theisinger vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa. "Dennoch bleibt ein Restrisiko."

Wenn die zusammen rund 800 Millionen Dollar teuren Fahrzeuge heil auf dem Marsboden ankommen, müssen sie sich zunächst von ihrer Landemontur befreien und zu funktionstüchtigen Geländeautos entfalten. Ihre erste Amtshandlung wird darin bestehen, sich per Panoramakamera einen 360-Grad-Überblick von ihrer Landestelle zu verschaffen.

Als Ziele haben Planetenforscher in einem langwierigen Prozess zwei Plätze ausgesucht, die möglicherweise eine feuchte Frühgeschichte haben. Der erste Rover soll im Gusev-Krater landen, in dem einst nach Ansicht der Experten ein See schwappte. "Ein altes Flussbett deutet darauf hin, dass Wasser direkt in ihn strömte", sagt Joy Crisp, MER-Projektwissenschaftlerin am Jet Propulsion Laboratory.

Das zweite Robotvehikel wird auf der Meridiani-Ebene aufsetzen, wo Mars-Sonden Hämatit nachgewiesen haben. "Dieses Mineral", so Crisp, "entsteht normalerweise in einer feuchten Umgebung." Mindestens drei Monate lang sollen die Rover mehrere Kilometer weit in den verdächtigen Regionen herumkurven, um Gesteinsproben zu untersuchen.

Mit ihrer Panoramakamera und einem Infrarotspektrometer können die Marsautos interessante Felsen aufspüren. Die Feinarbeit übernehmen dann eine Mikroskopkamera und zwei in Deutschland entwickelte Instrumente für die mineralogische und chemische Analyse: das Mössbauer-Spektrometer Mimos II der Universität Mainz und das Röntgenspektrometer APXS des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Mit einem Gesteinsschleifer kann der Roboterarm zudem das Innere der Felsen freilegen.

Wie die Landeeinheit "Beagle 2" der "Mars Express"-Mission sollen auch die Rover letztendlich die Frage beantworten, ob früher Leben auf dem Mars existiert hat. Das europäische Marslabor kann zwar nicht wie die US-Kundschafter im Gelände herumrollen, hat dafür aber einige Tage Vorsprung: Es soll bereits Weihnachten auf dem Roten Planeten ankommen.

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