Ein unbemannter Prototyp startete vergangene Woche in den frühen Morgenstunden in der Nähe von Tokio. Wie das britische Magazin "New Scientist" berichtet, stieg der 47 Meter lange heliumgefüllte Blimp bis in eine Höhe von 16,4 Kilometer auf, wo er Daten zu Treibhausgasen sammelte und die unter ihm liegende Landschaft fotografierte.
Nach zwei Stunden in der Stratosphäre ließ die Bodenbesatzung durch eine Klappe in der Hülle des Ballons Helium entweichen und brachte das Luftschiff zum Sinken. Sowohl der Blimp als auch die an Bord befindlichen Instrumente landeten mit Fallschirmen sicher im Pazifischen Ozean.
Das nationale Luft- und Raumfahrtlabor in Tokio hat nach diesem gelungenen Test große Pläne: Die japanischen Wissenschaftler wollen mindestens 20 der Luftschiffe für einen Non-Stop-Einsatz in einer Höhe von etwa 20 Kilometern bauen. Diese "Stratosphären-Plattformen" sollen mit 250 Metern Länge deutlich größer sein als der Prototyp. Die Forscher planen, die Blimps mit Solarzellen auszustatten, die tagsüber so viel Energie liefern, dass auch nachts die Energieversorgung gewährleistet ist.
Blimps, die im Gegensatz zu Zeppelinen kein festes Gerüst besitzen, könnten Telekommunikationsausrüstung, Messgeräte zur Beobachtung der Erde oder Spionagekameras tragen. Nach Ansicht der Wissenschaftler haben die Blimps den für diese Aufgaben bisher eingesetzten Satelliten einiges voraus: Sowohl ihr Start als auch ihr Betrieb ist deutlich billiger. Außerdem könnten sie zur Reparatur ohne Probleme auf die Erde zurückgeholt werden. Das erste dieser neuen Luftschiffe soll schon im nächsten Jahr einsatzbereit sein.
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