Ein für die externen Tanks zuständiger Manager des Nasa-Flugzentrums wurde seiner Aufgaben entbunden und wird zum Ende des Jahres in Rente gehen. Das sagte der Direktor des Zentrums, Dave King. Der Manager Jerry Smelser hatte sich im vergangenen Jahr für einen Start des Shuttles ausgesprochen - allerdings auf der Grundlage falscher Informationen, wie die Ermittler in ihrem Abschlussbericht moniert hatten.
"Wir haben verstanden"
Von dem Außentank hatte sich beim Start der "Columbia" im Januar ein Stück Isolierschaum gelöst, das ein Loch in die linke Tragfläche riss und so offenbar den Absturz des Shuttles am 1. Februar verursachte. Das hatte die Untersuchungskommission bestätigt, zugleich aber der Organisationskultur der Nasa und ihrem mangelnden Risikobewusstsein eine entscheidende Mitverantwortung gegeben.
Nasa-Chef Sean O'Keefe kündigte an, die Unternehmenskultur der US-Raumfahrtbehörde von Grund auf zu erneuern. "Wir haben verstanden", sagte O'Keefe in Washington. Er übernahm die Verantwortung für den hohen Zeitdruck während der Mission. Die Ermittler hatten in ihrem Bericht immer wieder darauf verwiesen, dass bei der Nasa der Terminplan über alles andere ging - auch über die Sicherheit der Astronauten. O'Keefe versprach, alle 29 Verbesserungsvorschläge der Kommission umzusetzen. 15 von ihnen beziehen sich auf technische Probleme und müssen vor dem nächsten Shuttle-Flug umgesetzt werden.
"Abschlussbericht ging nicht weit genug"
Der harsche Abschlussbericht der Kommission hatte in ganz Amerika Entsetzen ausgelöst - und ging einem Mitglied der Kommission doch nicht weit genug. Brigadegeneral Duane Deal von der US Air Force veröffentlichte einen weiteren Report, in dem er zusätzliche Maßnahmen fordert. Deal moniert vor allem mechanische Probleme, die mit dem "Columbia"-Unglück zwar nicht in Zusammenhang stünden, doch nach Ansicht des Ermittlers weitere Katastrophen verursachen könnten.
Der Brigadegeneral sagte, er habe keine Wahl, als seinen Zusatzreport zu veröffentlichen. Die darin enthaltenen Anmerkungen und Warnungen seien in dem offiziellen Abschlussbericht entweder heruntergespielt, versteckt oder ganz weggelassen worden. Deal will den zehnseitigen Zusatzbericht jedoch nicht als abweichende Meinung verstanden wissen. Viele seiner zwölf Kollegen seien "mit an Bord".
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