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24.12.2003
 

"Mars Express" vor dem Ziel

Schlaflos in Darmstadt

Höchste Spannung bei der Esa: In einigen Stunden setzt "Beagle 2" zur Landung auf dem Mars an, zugleich schwenkt das Mutterschiff "Mars Express" in den Orbit ein. Die 300 Millionen Euro teure Mission erreicht damit ihren Höhepunkt - und zugleich ihre schwierigste Phase.



"Mars Express" und "Beagle 2": Vor dem Erfolg stehen riskante Manöver
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DPA

"Mars Express" und "Beagle 2": Vor dem Erfolg stehen riskante Manöver

Pünktlich um 3.45 Uhr soll "Beagle 2" morgen auf der Oberfläche des Roten Planeten landen. Zuvor aber werden die Forscher und Techniker im Darmstädter Esa-Kontrollzentrum ESOC mit feuchten Händen vor den Monitoren hocken, denn das Landegerät und sein Mutterschiff müssen vor der Landung eine Reihe gewagter Manöver absolvieren.

Da wäre zunächst der Höllenritt durch die Marsatmosphäre. Mit 20.000 Kilometern pro Stunde rast "Beagle 2" in die Gashülle des Planeten, die Reibung erhitzt die Außenhülle auf 1200 Grad Celsius und bringt sie zum Glühen. Anschließend soll ein Fallschirm die Sonde auf rund 90 km/h abbremsen. Anschließend öffnen sich, so hoffen die Esa-Ingenieure, die voluminösen Airbags, auf denen "Beagle 2" wie ein großer Gummiball über den Marsboden hüpft, zum Stehen kommt und die Luftsäcke von sich wirft.

Ein Fehler könnte die Mission scheitern lassen

Geht bei einem dieser drei Manöver etwas schief, wird das Landegerät entweder verglühen oder auf der Oberfläche zerschellen. Bei einer erfolgreichen Landung soll sich die Forschungseinheit automatisch in die richtige Position drehen, ihre Solarzellen öffnen, Roboterarm und Antenne ausfahren und ein Lebenszeichen aussenden: die ersten Töne eines Musikstücks, das die britische Band Blur speziell für diesen Anlass komponiert hat.

Kontrollierter Absturz: Hitzeschild, Fallschirm und Airbags schützen "Beagle 2"
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DER SPIEGEL

Kontrollierter Absturz: Hitzeschild, Fallschirm und Airbags schützen "Beagle 2"

Die US-Sonde "Mars Odyssey", die gegen 7 Uhr deutscher Zeit die Tiefebene Isidis Planitia überfliegt, soll den Wohlklang auffangen und zur Erde weiterleiten. Sollte nichts zu hören sein, muss das noch nicht das Ende von "Beagle 2" bedeuten: Die Sonde könnte in diesem Fall auch ihren geplanten Landepunkt verfehlt oder eine Computerpanne erlitten haben. Ein erneuter Kontakt wäre allerdings erst wieder kurz vor Mitternacht möglich, wenn das Jodrell Bank Observatory in Großbritannien die Zielregion auf dem Mars ins Visier nehmen kann.

Das Mutterschiff "Mars Express" wird unterdessen ebenfalls morgen abgebremst und in eine Umlaufbahn um den Mars gebracht. Auch das ist ein heikles Manöver: Reagiert die Sonde nicht auf die Steuerbefehle, wird sie auf den Mars abstürzen. Läuft alles wie geplant, wird sie in einer großen Ellipse den Planeten umrunden und am 3. Januar Verbindung mit "Beagle 2" aufnehmen.

Von den 39 Sonden, die in den vergangenen vier Jahrzehnten zum Mars geschickt wurden, endeten mehr als zwei Drittel mit einem Fehlschlag. Der Orbiter wäre der ungleich größere Verlust für die Esa. Die Landeeinheit "Beagle 2" wirkt mit ihrem Bohrer, der 1,50 Meter tief graben kann, zwar spektakulärer, hat aber in den Sandstürmen nur eine Lebenserwartung von etwa sechs Monaten. Außerdem rechnen Wissenschaftler bei den Untersuchungen knapp unter der Marsoberfläche nur mit wenigen neuen Erkenntnissen.

"Mars Express" dagegen kann mit seinem Radar bis zu fünf Kilometer tief vordringen und nach Wasser suchen. Nur dort kann sich nach Meinung der Experten Leben entwickelt und vielleicht bis heute erhalten haben.

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