Nasa-Chef Sean O'Keefe sagte dem "Hubble"-Personal am Freitag im Marshall-Zentrum für Raumflüge in Maryland, die Entscheidung sei wegen Bedenken über die Sicherheit der Raumfähren getroffen worden. Eigentlich hätte das Teleskop schon bald durch Raumschiffe repariert werden müssen. Allerdings würden diese Space Shuttles für den Bau der internationalen Raumstation ISS benötigt, teilte die Nasa mit.
Bei der Nasa sorgte das Ende von "Hubble" für Aufregung. Die Ankündigung kam ausgerechnet am Jahrestag des Starts der Fähre "Columbia", die im Februar bei der Landung auseinander brach und alle Besatzungsmitglieder mit in den Tod riss. Ironischerweise hängt das Ende von "Hubble" auch mit diesem Unglück zusammen. Denn selbst wenn sich die Nasa für einen Reparaturflug entschieden hätte, müsste am Boden ein start bereites Shuttle für eine mögliche Rettungsmission bereit stehen. Dies sei aber nicht möglich, so die Nasa.
Ein Nasa-Sprecher sagte, der für Mitte 2005 geplante Reparatur-Flug zum "Hubble" wäre wegen der neuen Sicherheitsvorschriften nur denkbar, wenn eine zweite Fähre für einen Rettungseinsatz startbereit gehalten würde. "Zwei Shuttle auf diese Weise zu binden, das lässt sich nicht mit dem Bauplan für die internationale Raumstation vereinbaren", sagte er. Auf dem Flug hätten defekte Kreisel ausgetauscht werden sollen, mit denen das Teleskop ausgerichtet wird. Auch sollten die Astronauten Batterien austauschen und neue Instrumente anbringen.
"Hubble" wurde 1990 in den Weltraum gebracht und liefert seitdem zum Teil spektakuläre Bilder. Nach Angaben auf der Nasa- Website sendet es jeden Tag zwischen zehn und 15 Gigabyte astronomischer Daten an Forscher auf der ganzen Welt. Die Nasa rechnet mit seinem Ausfall zwischen Anfang 2006 und 2008. Anschließend soll ein unbemanntes Raumschiff "Hubble" in die Erdatmosphäre schieben, wo das Teleskop dann verglühen würde.
Von Experten jedoch wird auch ein anderer Grund für das schnelle Ende von "Hubble" vermutet. So sind die aktuell angekündigten Mars-Visionen von US-Präsident George W. Bush so aufwendig, dass alle anderen Projekte zurück stehen müssen. US-Zeitungen sprachen schon pointiert von "Hubble" als erstem Opfer der PR-trächtigen Mars-Mission. Forscher reagierten entsetzt auf die Ankündigung. "Das frühe Ende und der Verzicht auf den Einsatz von Instrumenten der neusten Generation, mit denen seine Möglichkeiten noch voller hätten ausgenutzt werden können, das ist eine Tragödie", sagte der Astronom Donald Hall von der Universität von Hawaii über das Teleskop. "Der Verlust ist unermesslich." Zwar gibt es bei der Nasa Pläne, 2012 ein neues Teleskop in die Erdumlaufbahn zu bringen. Jedoch befürchten Astronomen, dass die benötigten Gelder bis dahin nicht mehr zur Verfügung stehen.
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