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18.05.2004
 

Statt Mondlandung

China will eigene Raumstation bauen

Die aufstrebende Raumfahrtnation China verabschiedet sich vorerst von angekündigten Mondflügen und plant stattdessen eine eigene bemannte Weltraumstation. Die USA hatten eine chinesische Beteiligung an der ISS zuvor abgelehnt.

Taikonaut Yang Liwei: 21 Stunden im All
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AP

Taikonaut Yang Liwei: 21 Stunden im All

Die brüske Zurückweisung durch die USA sorgte für Verstimmungen unter chinesischen Raumfahrtexperten. Die US-Sicherheitsexpertin Joan Johnson-Freese erlebte vor einigen Wochen bei einem China-Besuch, dass chinesische Offizielle mit Tränen in den Augen um Anerkennung durch Amerika und um Kooperation baten.

"Die waren schockiert, dass die USA ihnen nicht die Hand reicht", sagte Johnson-Freese. "Sie wollen wirklich gern mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten." Die chinesischen Techniker hatten sogar schon einen passenden Ring für ihr Shenzhou-Raumschiff gebaut, damit es an die Internationale Raumstation ISS ankoppeln kann.

Die USA lehnten das chinesische Ansinnen, an der ISS mitzuarbeiten, jedoch ab. Grund ist offenbar die Angst, dass eine immer stärkere chinesische Präsenz im All langfristig zu einer Gefahr für die USA werden könnte, die derzeit den Orbit mit ihren Satelliten dominieren. In China stehen sämtliche Weltallprojekte unter der Regie der Militärs.

Internationale Raumstation ISS: Chinesen unerwünscht
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DPA

Internationale Raumstation ISS: Chinesen unerwünscht

Mittlerweile haben Chinas Raumfahrtexperten auf die Zurückweisung reagiert und ihre Strategie geändert. Statt einer Kooperation auf der ISS setzt das Land nun auf eine eigene Raumstation. Dafür wurden die ehrgeizigen Pläne, einen Menschen zum Mond zu bringen, zurückgestellt, berichtet die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua.

"China wird auch ein Mond-Programm durchführen", sagte Wang Yongzhi, Vater der chinesischen Raumfahrt, am Sonntag. Dabei soll es sich jedoch nicht um eine Landung, sondern um eine Umkreisung handeln. Für die eigene Raumstation seien Partner aus anderen Ländern willkommen. China kooperiert bereits eng mit Europa, um gemeinsam das Satellitennavigationssystem Gallileo aufzubauen, das in Konkurrenz zum amerikanischen GPS steht.

Im Oktober hatte China als dritte Nation der Welt einen Menschen mit selbst entwickelter Technik ins All geschickt. Der Taikonaut Yang Liwei kreiste 21 Stunden um die Erde, bevor er am 16. Oktober wohlbehalten in der Steppe im Norden des Landes landete.

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