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25.05.2004
 

Defekte US-Ausrüstung

Haste mal 'nen Raumanzug?

Einst lästerten sie über die marode Weltraumtechnik der Russen, doch zuletzt mussten die Amerikaner immer öfter auf Ost-Material zurückgreifen. Jetzt borgt sich die Nasa auf der Internationalen Raumstation die Raumanzüge der Russen - weil ihre eigenen kaputt sind.

Weltraumspaziergang an der ISS (Oktober 2002): US-Raumanzüge sind defekt
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AFP

Weltraumspaziergang an der ISS (Oktober 2002): US-Raumanzüge sind defekt

Die Nasa fürchtete offenbar um die Sicherheit des Personals - und erklärte die amerikanischen Raumanzüge auf der Internationalen Raumstation ISS kurzerhand für untauglich. Die Besatzung der Station muss demnächst ins All hinaus, um ein defektes Gerät an der Außenhülle zu reparieren. Eigentlich wollten die Astronauten dafür die amerikanischen Raumanzüge benutzen, weil diese wesentlich näher an der Reparaturstelle gelagert werden als die russischen Modelle.

Allerdings stellte sich heraus, dass eines der amerikanischen Weltraum-Outfits ein Problem mit dem lebenswichtigen Kühlkreislauf hat. Der Amerikaner Mike Fincke und sein russischer Kollege Gennadi Padalka versuchten mehrere Tage lang, den Defekt in den Griff zu bekommen - vergebens. Auch der zweite von drei amerikanischen Anzügen an Bord der ISS funktioniert nicht. Also müssen die Astronauten die Station nun an der russischen Seite verlassen, da die russischen Anzüge nicht mit der US-Kommunikationstechnik kompatibel sind.

Das Manöver wird den Weltraumspaziergang, der für den Bestand der Station von entscheidender Bedeutung ist, erheblich verlängern und komplizieren. Da die russische Ausstiegsluke rund 15 Meter weiter von der Reparaturstelle entfernt ist, müssen Fincke und Padalke mit einem Teleskoparm einen Teil der Strecke überwinden - und darauf achten, ihre Raumanzüge nicht an Antennen oder anderen hervorstehenden Teilen zu beschädigen.

Bei der für Mitte Juni geplanten Aktion muss eine elektrische Schaltung ersetzt werden, die vergangenen Monat den Ausfall eines der Gyroskope verursachte, die für die richtige Lage und die Stabilität der Station sorgen. Die ISS verfügt derzeit nur noch über zwei der ursprünglich vier Gyroskope und ist damit am absoluten Sicherheitsminimum. Der zweite defekte Kreisel kann nur durch den Einsatz eines amerikanischen Space Shuttles repariert werden. Die Shuttles sind allerdings seit dem "Columbia"-Absturz vom Februar 2003 auf den Boden verbannt und können frühestens im Frühjahr 2005 wieder abheben.

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