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01.07.2004
 

ISS-Reparatur

Russische Raumanzüge diesmal dicht

Erst waren die amerikanischen Anzüge defekt, dann ließ ein russischer Luft. Doch heute morgen gab es zum Glück keine Probleme beim Ausstieg aus der Raumstation ISS. Die dringend nötige Reparatur eines Lagekreisels gelang.



Außenarbeiten an der ISS: Reparatur geglückt
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AP/ NASA

Außenarbeiten an der ISS: Reparatur geglückt

Berlin/Moskau - Im zweiten Anlauf hat die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS in der Nacht zu Donnerstag erfolgreich eine komplizierte Außenbordreparatur durchgeführt. Ein erster Versuch vor einer Woche musste wegen eines undichten Raumanzugs abgebrochen werden.

Wie das russische Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau am Morgen mitteilte, gelang es Kommandant Gennadi Padalka (Russland) und seinem amerikanischen Bordingenieur Michael Fincke nun in rund fünfeinhalbstündiger Arbeit, einen defekten Elektroblock am US-Modul "Destiny" austauschen.

Zusätzlich hätten die beiden Männer am russischen Kopplungsmodul "Pirs" noch ein ingenieurtechnisches Gerät montiert. Padalka und Fincke hätten ihre Aufgaben "übererfüllt" und das zudem 40 Minuten vor der geplanten Zeit, sagte FLZ-Vertreter Wsewolod Latyschew. Sie seien um 4.57 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit in die ISS zurückgekehrt.

Die beiden Raumfahrer hatten die Station um 23.19 Uhr verlassen, um den neuen Block zu montieren. Dieser war mit Hilfe eines Manipulators an die entsprechende Stelle an der "Destiny"-Außenhaut bugsiert worden. Der Block versorgt nun wieder das dritte noch funktionstüchtige Gyroskop am USA-Modul mit Strom. Seit Mitte April war die ISS mit der Minimalzahl von zwei solcher Lagekreisel geflogen, die für eine stabile Position der Station im All sorgen.

Spaziergang: Padalka (mitte) begleitet von Fincke (links)
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REUTERS/ NASA

Spaziergang: Padalka (mitte) begleitet von Fincke (links)

Das vierte standardmäßige Gyroskop war schon vor Jahren irreparabel ausgefallen. Das neue Manöver war höchst riskant, weil die ISS in dieser Zeit unbemannt flog, so dass niemand bei unvorhergesehenen Ereignissen an Bord hätte eingreifen können.

In der vergangenen Woche hatten Padalka und Fincke wegen eines Schadens am russischen Skaphander des Amerikaners ihren ersten Ausstieg bereits nach 14 Minuten abbrechen müssen. Es war zu einem starken Druckabfall in der Sauerstoffversorgung des Raumanzuges von Fincke gekommen. Wie die Experten inzwischen festgestellt haben, hatte der Amerikaner beim Anlegen des Skaphanders den Hebel einer Pumpe nicht richtig eingerastet, die für den Transport des Atemsauerstoffs vom Tank in den Anzug sorgt.

Astronauten Fincke und Padalka: Riskantes Manöver
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NASA/ JSC

Astronauten Fincke und Padalka: Riskantes Manöver

Bei diesem vermeidbaren Fehler offenbarte sich das ganze Dilemma der ISS, deren Besatzung nach der "Columbia"-Katastrophe auf nur zwei Astronauten reduziert werden musste. Normalerweise ist ein dritter Mann an Bord, der in der Station Wache hält und zudem seinen Kollegen beim Anlegen der klobigen Raumanzüge zur Hand geht. Im Juli und August stehen Padalka und Fincke zwei weitere Ausstiege bevor.

An Bord der ISS befinden sich auch von der Nasa entwickelte Raumanzüge. Im Mai stellte sich jedoch heraus, dass eines der Weltraum-Outfits ein Problem mit dem lebenswichtigen Kühlkreislauf hat. Der Amerikaner Fincke und sein russischer Kollege Padalka versuchten mehrere Tage lang, den Defekt in den Griff zu bekommen - vergebens. Auch der zweite von drei amerikanischen Anzügen an Bord der ISS funktionierte nicht. Deshalb mussten die Astronauten sich die Raumanzüge der Russen ausleihen.

Gerhard Kowalski, ddp

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