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21.07.2004
 

Hawkings neue Theorie

Es gibt kein Paralleluniversum

Enttäuschung für Science-Fiction-Fans: Es gibt keine Paralleluniversen. Das zumindest behauptet der berühmte Physiker Stephen Hawking, der jetzt in einem mit Spannung erwarteten Vortrag seine eigene Theorie über Schwarze Löcher widerrufen hat.

Schwarzes Loch (Illustration): Verdaute Mahlzeiten werden ausgespuckt
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Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics

Schwarzes Loch (Illustration): Verdaute Mahlzeiten werden ausgespuckt

Seit drei Jahrzehnten hat Hawking, 62, mit einem Paradoxon gerungen, das er selbst geschaffen hatte. Was in ein Schwarzes Loch gesogen wird, so seine bisherige Theorie, ist für immer vollständig vernichtet. Doch wie können die kosmischen Vielfraße alle Spuren von verschlungener Materie und Energie zerstören, wenn das der Quantenmechanik zufolge unmöglich ist? Hawking fand einen eleganten Ausweg: Die Mahlzeiten eines Schwarzen Lochs verschwinden in einem Paralleleuniversum - was Stoff für zahlreiche Science-Fiction-Filme bot.

Auf der 17. Internationalen Konferenz über Relativität und Gravitation in Dublin machte Hawking heute kurzen Prozess mit seiner alten Theorie. Die massiven Strudel, die sich beim Zerfall von Sternen bilden, halten ihre Appetithäppchen über Ewigkeiten fest, schrieb Hawking in seinem Redemanuskript. Erst wenn sie einst zerfallen, spucken sie die Reste ihrer Fressorgien in zermalmter Form wieder aus - und zwar in kein anderes als unser eigenes Weltall.

"Es gibt kein Baby-Universum, wie ich einst dachte", hieß es in Hawkings Redetext. Alles bleibe in unserem Universum. "Es tut mir Leid, Science-Fiction-Fans zu enttäuschen." Aber wenn Informationen über Energie und Materie überdauerten, gebe es keine Möglichkeit, durch Schwarze Löcher in andere Universen zu reisen.

Physiker Hawking in Dublin: "Es gibt kein Baby-Universum"
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AP

Physiker Hawking in Dublin: "Es gibt kein Baby-Universum"

"Wenn du in ein Schwarzes Loch springst, wird deine Massenenergie wieder in unser Weltall zurückgegeben - allerdings in einer zermalmten Form, die keine Informationen mehr darüber enthält, wer du warst", lautet Hawkings unangenehme Botschaft für alle Freunde des Beamens, der Zeitreisen und der Wurmlöcher.

Hawking dagegen freute sich. "Es ist toll, ein Problem zu lösen, das mich 30 Jahre lang gequält hat, auch wenn die Antwort weniger aufregend ist als die vorherige Alternative." Hawking hatte vor 29 Jahren eine Wette mit seinem Kollegen John Preskill abgeschlossen, der überzeugt war, dass Schwarze Löcher die eingesaugte Materie nicht vollständig zerstören. Die verlorene Wette kostet Hawking nun eine Enzyklopädie - über die Geschichte des Baseballs.

"Ich hatte ziemliche Schwierigkeiten, hier drüben so etwas zu finden", meinte Hawking, der im britischen Cambridge den ehemaligen Lehrstuhl von Isaac Newton innehat. Als er Preskill ein Lexikon über Cricket anbot, lehnte der dankend ab. Hawking: "Er wollte sich nicht von der Überlegenheit des Cricket überzeugen lassen."

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