In den vergangenen Jahren wurden mindestens 120 Sterne im All entdeckt, um die Planeten kreisen wie die Erde um die Sonne. Trotzdem glauben britische und amerikanische Forscher, dass unser Sonnensystem einzigartig im Universum ist.
Sie gehen davon aus, dass sich die beobachteten Planeten stark von unserer Erde unterscheiden. Eventuell handelt es sich bei ihnen ausschließlich um Planeten von gigantischen Ausmaßen, die noch größer sind als Jupiter, erklärt Mario Livio vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.
Livio und seine Kollegen hatten Veröffentlichungen über andere Planetensysteme näher untersucht und verglichen. "Die meisten der Planeten außerhalb unseres Sonnensystem haben stark elliptische Umlaufbahnen um ihre Sonne", berichtet Livio. In unserem Sonnensystem seien die Bahnen hingegen eher kreisförmig.
"Wenn die Bahn sehr elliptisch ist, dann kommt der Planet seiner Sonne an bestimmten Punkten sehr nahe", erklärt der Forscher. Dies sei für mögliches Leben auf dem Planeten wenig förderlich.
Livio vermutet zudem, dass die im All beobachteten Planeten auf andere Weise entstanden sind als die Erde. Nach der gängigen Vorstellung bilden sich Planeten aus Staub und Gas, die zusammenklumpen.
"Es gibt jedoch ein zweites Modell für die Entstehung von Planeten, das insbesondere für große Jupiter-ähnliche gelten könnte", erklärt Livio. Zu Beginn gebe es eine Gasscheibe, die dann instabil werde und auseinander bricht. Aus den Bruchstücken formten sich dann Planeten.
Allerdings müssen Forscher die Hoffnung auf eine zweite Erde irgendwo in den Weiten des Weltraums noch nicht begraben. Livio verwies darauf, dass mit den bisherigen Methoden nur extrem große Planeten entdeckt werden können.
Weit entfernte Planeten lassen sich nur indirekt beobachten. Aus der Taumelbewegung von Sternen schließen Astronomen auf nicht sichtbare Himmelskörper, die den Stern umrunden. Kleine Planeten in Größe unserer Erde lassen sich auf diese Weise jedoch nur schwer nachweisen.
Und auch wenn ein Planet in größerem Abstand um einen Stern kreist, wie Jupiter um die Sonne, ist eine Beobachtung schwierig. Die Bewegung eines Sterns müsste zehn oder mehr Jahre verfolgt werden, um die Wechselwirkung mit dem sich langsam um ihn bewegenden Planeten überhaupt registrieren zu können. Möglicherweise haben die Astronomen auch deshalb noch keine zweite Erde gefunden, weil sie falsch gesucht haben.
Der Bericht der Astronomen wird in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" erscheinen.
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