Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr kreuzt der Mond den Erdschatten. Im Mai fiel die totale Mondfinsternis jedoch quasi aus - dichte Wolken versperrten den Blick. Auch in der Nacht zu Donnerstag brauchen Beobachter nach Prognosen des Wetterdienstes Meteomedia viel Glück, um eine Wolkenlücke zu erwischen. Es sollen mehrere kleinere Regengebiete über Deutschland ziehen, die von Baden-Württemberg bis zur Küste die Sicht trüben.
Erst 2007 wird es wieder eine von Deutschland aus sichbare totale Mondfinsternis geben; 2005 und 2006 kommt es nur zu einer Teilfinsternis. Viele Sternwarten werden in der Nacht zum Donnerstag geöffnet haben, andere sind nur dann für Besucher zugänglich, wenn ein ausreichend klarer Himmel das Beobachten des Schauspiels ermöglicht. Dies kann auch über Internet geschehen. Beispielsweise will der WDR mit Hilfe eines Teleskops der Sternwarte Bochum Live-Bilder im Internet unter www.wdr.de übertragen.
Wenn das Wetter es zulässt, präsentiert sich ein schaurig-schönes Farbenspiel am westlichen Himmel. Der Mond verschwindet auch dann nicht vollständig aus dem Blick des Beobachters, wenn er sich im Kernschatten der Erde befindet. Das an den Rändern der Erdkugel vorbei streichende Sonnenlicht wird von der Atmosphäre wie von einer Linse gebrochen und teilweise in den Schatten hineingelenkt, deswegen schimmert der Mond dann meist in fahlen roten, grauen und braunen Farbtönen. Die totale Phase der Finsternis dauert fast eineinhalb Stunden, von etwa 04.23 Uhr bis 05.45 Uhr.
Etwa um 02.06 Uhr gelangt der Mond zunächst in den Halbschatten, gegen 03.14 Uhr beginnt er in den Kernschatten hineinzuwandern. Gegen 06.54 Uhr soll er den Kernschatten vollständig verlassen haben, etwa um 08.03 Uhr hat er auch den Halbschatten auf der anderen Seite komplett hinter sich und scheint wieder voll.
Wie hell der Mond im Kernschatten erscheint, hängt vom Verschmutzungsgrad der Erdatmosphäre ab. Nach heftigen Vulkanausbrüchen, die große Mengen Staub hoch in die Atmosphäre schleudern, waren Mondfinsternisse besonders dunkel. Auch in den vergangenen Jahren zeigte der Mond im Kernschatten der Erde eine dunkelrote bis bräunliche Verfärbung, während er manchmal in der totalen Phase im hellen Kupferrot leuchtet.
Der Mond umkreist etwa einmal im Monat die Erde. Seine Umlaufbahn ist leicht geneigt gegenüber der Kreisbahn, auf der die Erde einmal im Jahr um die Sonne zieht. Meist wandert der Erdtrabant über oder unter dem von der Erde geworfenen Schatten vorbei. Eine Mondfinsternis kann nur entstehen, wenn die Erde an den Punkten, an denen sich die beiden Umlaufbahnen schneiden, mehr oder minder direkt zwischen Sonne und Mond steht.
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