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28.10.2004
 

Zappenduster

Wolken versperrten Sicht auf Mondfinsternis

Das erhoffte Himmelsschauspiel blieb aus - zumindest in Deutschland. Der Mond verschwand fast überall hinter dichten Wolken. In den USA hingegen hatten Himmelsgucker freie Sicht auf den in dunkelrotes Licht getauchten Erdtrabanten.

Freie Sicht: Mondfinsternis gesehen vom mexikanischen Dorf Santa Maria Acolman
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REUTERS

Freie Sicht: Mondfinsternis gesehen vom mexikanischen Dorf Santa Maria Acolman

Die längste Mondfinsternis dieses Jahrzehnts ist in der Nacht zu Donnerstag für die meisten Himmelsgucker in Deutschland enttäuschend verlaufen. "Der Mond verschwand erst in Wolken und dann im Erdschatten", berichtete der Direktor der Sternwarte Bochum, Thilo Elsner. Auch ein zugeschaltetes Teleskop an der Nordseeküste half nicht: Dort war ebenfalls lange vor Beginn des kosmischen Schattenspiels Nebel aufgezogen. In Deutschland habe es nur in den Regionen um Chemnitz und Bad Tölz kleine Wolkenlücken gegeben, sagte Elsner.

Was die Mondfans verpasst haben, sehen sie hier bei SPIEGEL ONLINE:

Zu Beginn der Verfinsterung stand der Mond hoch am Südwesthimmel. Gegen 3.14 Uhr begann er in den Kernschatten der Erde hineinzuwandern. Die totale Phase der Finsternis dauerte fast eineinhalb Stunden, von etwa 4.23 Uhr bis 5.45 Uhr. Gegen 6.54 Uhr hatte der Mond den Kernschatten wieder vollständig verlassen.

Grafik: Phasen der Mondfinsternis
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DDP

Grafik: Phasen der Mondfinsternis

In den USA hatten Astronomiefans mehr Glück. Eine Familie aus Columbia verbrachte den Abend im Maryland Science Center. "Er sieht aus wie Schokolade", sagte die achtjährige Tochter einer AP-Reporterin. Der Mond verschwand auch dann nicht vollständig aus dem Blick der Beobachter, als er sich im Kernschatten der Erde befand.

Das an den Rändern der Erdkugel vorbei streichende Sonnenlicht wird von der Atmosphäre wie von einer Linse gebrochen und teilweise in den Schatten hineingelenkt. Deswegen schimmert der Mond dann meist in fahlen roten, grauen und braunen Farbtönen.

Luna ohne Licht: Sieben Phasen der totalen Mondfinsternis am 16. September 1997 über der Silhouette von Genf
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DPA

Luna ohne Licht: Sieben Phasen der totalen Mondfinsternis am 16. September 1997 über der Silhouette von Genf

Wie hell der Mond im Kernschatten erscheint, hängt vom Verschmutzungsgrad der Erdatmosphäre ab. Nach heftigen Vulkanausbrüchen, die große Mengen Staub hoch in die Atmosphäre schleudern, waren Mondfinsternisse besonders dunkel. Mount St. Helens, der jüngst ausgebrochen war, dürfte auf die Färbung keinen Einfluss gehabt haben, denn der Vulkan hatte vor allem Dampf abgelassen und kaum Staub gespuckt.

Der Mond umkreist etwa einmal im Monat die Erde. Seine Umlaufbahn ist leicht geneigt gegenüber der Kreisbahn, auf der die Erde einmal im Jahr um die Sonne zieht. Meist wandert der Erdtrabant über oder unter dem von der Erde geworfenen Schatten vorbei. Eine Mondfinsternis kann nur entstehen, wenn die Erde an den Punkten, an denen sich die beiden Umlaufbahnen schneiden, mehr oder minder direkt zwischen Sonne und Mond steht.

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