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22.11.2004
 

"Swift" gestartet

Nasa wirft schnelles Auge auf Gammablitze

Die Nasa hat die Jagd auf Gammablitze eröffnet. Nach mehrfacher Verschiebung hat die US-Raumfahrtbehörde den Satelliten "Swift" in den Orbit geschossen, der mit seinen Teleskopen die gewaltigsten Energieausbrüche im Universum enträtseln soll.

Satellit "Swift" (Simulation): Schnelles Auge für die Suche nach Gammablitzen
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AFP

Satellit "Swift" (Simulation): Schnelles Auge für die Suche nach Gammablitzen

Cape Canaveral - Es sind die heftigsten Eruptionen im Universum: Wenn ein Gammablitz in den Tiefen des Alls aufleuchtet, überstrahlt er für kurze Momente alle anderen Objekte am Firmament. Binnen Sekunden setzen die Ausbrüche mehr Energie frei als unsere Sonne während ihrer gesamten, bisher 4,6 Milliarden Jahre langen Existenz. Eine Theorie besagt, dass Gammablitze die Geburtsschreie von Schwarzen Löchern sind. Genaueres aber ist nicht bekannt.

Die Nasa will den kosmischen Feuerwerken nun ihre Geheimnisse entreißen. Am Wochenende hat die US-Raumfahrtbehörde den Satelliten "Swift" ins All geschossen. Das Weltraumteleskop soll in den kommenden zwei Jahren rund 200 Gammablitze aufspüren.

"Swift" hat drei Teleskope an Bord. Das größte wird künftig ein Sechstel des Weltalls überwachen. Sobald es einen Gamma-Blitz ausmacht, können laut Nasa die beiden anderen Teleskope des Satelliten in 20 bis 75 Sekunden in Richtung der Explosion gedreht werden und das Nachglühen aufzeichnen. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch mehr Einblick in die Abläufe des Phänomens sowie mehr Informationen über den Ort und die Entfernung der Explosion.

Seinen Namen trägt der Satellit nicht umsonst: Er ist extrem wendig, um Gammablitze möglichst schnell ins Visier zu nehmen. Denn die Energieausbrüche dauern nur wenige Millisekunden bis zu einigen Minuten und waren auch deshalb bisher nur schwer zu beobachten.

1967 übermittelte der US-Militärsatellit "Vela" erstmals Informationen über die Gammablitze aus dem All. Erst 1999 gelang es der Nasa zufolge zufällig mit einem Teleskop, von der Erde aus einen Ausbruch live zu verfolgen. An dem 250 Millionen Dollar (192 Millionen Euro) teuren "Swift"-Projekt, dessen Start wegen der Hurrikan-Saison in Florida mehrfach verschoben werden musste, sind auch Italien und Großbritannien beteiligt.

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