Moskau - Um 0.07 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ging das Raumschiff "Sojus TMA-5" mit den Astronauten Leroy Chiao (USA), Salishan Scharipow (Russland) und Roberto Vittori (Italien) bei der Stadt Arkalyk in der kasachischen Steppe nieder. Die Landung sei nach Plan verlaufen, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow nahe Moskau mit. Zur Bergung der drei Männer waren 20 Flugzeuge und Helikopter im Einsatz.
Chiao und Scharipow hatten 192 Tage in der ISS gearbeitet und waren am Freitag von der neuen, nunmehr elften Stammbesatzung mit Sergej Krikaljow (Russland) und John Phillips (USA) offiziell abgelöst worden. Die beiden Astronauten waren am vergangenen Sonntag gemeinsam mit Vittori in der ISS eingetroffen. Der Italiener hatte im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation Esa als Gast eine Woche lang wissenschaftliche Experimente durchgeführt.
Die Langzeitbewohner Chiao und Scharipow verließen während ihres halbjährigen ISS-Aufenthalts zwei Mal die Station zu Außenarbeiten. Im Januar hatten sie einen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen entwickelten Roboterarm montiert. Die Technik könnte nach Einschätzung von Experten in Zukunft bei Reparatur- oder Montagearbeiten im Weltraum zum Einsatz kommen.
Die Raumkapsel "Sojus TMA 5" konnte am Sonntagabend erst mit einigen Minuten Verspätung um 20.45 Uhr MESZ von der ISS abgekoppelt worden. Grund für die Verzögerung waren Probleme mit der Sauerstoffversorgung an Vittoris Raumanzug. Sie konnten jedoch von den Astronauten ohne fremde Hilfe gelöst werden. "Die Verspätung hatte keinen Einfluss auf den Sojus-Flug", sagte ein Sprecher der Flugleitzentrale.
Krikaljow und Phillips, die beiden neuen Bewohner der ISS, bleiben bis Oktober im All. Sie sollen die Station vor allem für den Empfang des US-Shuttles "Discovery" vorbereiten. Die Raumfähre soll im Mai an der ISS anlegen. Damit wäre die zweijährige Flugpause der USA beendet.
Nach der "Columbia"-Katastrophe vom 1. Februar 2003 hatten die Raumfähren Startverbot. Die ISS wurde ausschließlich von den Russen angeflogen und versorgt. Für Juli ist ein Flug der "Atlantis" vorgesehen. Mit an Bord könnte dann der deutsche Esa-Astronaut Thomas Reiter sein, der für eine Sieben-Monats-Mission in der ISS vorgesehen ist.
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