Die US-Raumfahrtbehörde sei in den siebziger Jahren vom Weg abgekommen, als sie sich auf die beiden Prestigeprojekte konzentrierte, erklärte Michael Griffin der Tageszeitung "USA Today". "Es ist jetzt allgemein akzeptiert, dass das nicht der richtige Weg war", sagte der Nasa-Chef.
"Wir versuchen nun, den Weg zu ändern und dabei so wenig Schaden anzurichten wie möglich." Die US-Raumfähre sei ein "extrem aggressives" Projekt gewesen und nur sehr schwer umsetzbar. Bei zwei Shuttle-Unglücken kamen 14 Astronauten ums Leben. Die Gesamtkosten der wiederverwendbaren Fähren werden auf 150 Milliarden Dollar geschätzt.
Zur Raumstation sagte Griffin: "Wäre es meine Entscheidung gewesen, dann würden wir sie nicht in der Umlaufbahn bauen, wo wir das tun."
Der Nasa-Chef hatte am 19. September angekündigt, im Jahr 2018 vier Astronauten auf den Mond zu bringen und damit eine Rückkehr zu den Pioniertagen der US-Raumfahrt in Aussicht gestellt, die Präsident George W. Bush Anfang 2004 gefordert hatte.
Die Pläne ähneln stark dem "Apollo"-Programm aus den sechziger Jahren. Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Boden des Mondes; insgesamt sechs Mal besuchten US-Landefähren bis 1972 den Erdtrabanten.
"Apollo auf Anabolika" - so hatte Michael Griffin das neue Projekt bei der Vorstellung bezeichnet. Deutlich sicherer und viel größer soll das Raumschiff sein, mit dem vier Astronauten den Mond besuchen werden.
Vom Konzept einer Landung im Stile eines Flugzeugs wird sich die Nasa verabschieden - nicht zuletzt wegen der massiven Probleme an den Hitzeschilden der Shuttle-Flotte. Bei der Rückkehr zur Erde soll das neue Raumschiff mit dem Namen CEV durch Fallschirme abgebremst werden.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Weltall | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH