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10.10.2005
 

Bemannte Raumfahrt

China schickt wieder Taikonauten ins All

Die Volksrepublik China startet wahrscheinlich am Donnerstag ihre zweite bemannte Weltraum-Mission. Zwei Taikonauten sollen in fünf Tagen viele Experimente durchführen - unter anderem mit Schweinesperma.

Der Weltraumbahnhof Jiuquan ist eine künstlich bewässerte Hightech-Oase in der mongolischen Wüste Gobi. Von hier aus sollen Zhai Zhigang und Nie Haisheng vermutlich am Donnerstag ihre Reise ins All antreten, wie chinesische Medien berichten. Die chinesische Weltraumbehörde wollte den Termin zunächst nicht offiziell bestätigen. Andere Quellen nennen den Mittwoch als möglichen Starttermin. Während der fünf Tage dauernden Mission sollen die Taikonauten eine große Zahl von Experimenten in der Schwerelosigkeit durchführen.

"Shenzhou V": Am 15. Oktober 2003 startete Yang Liwei ins All und kehrte als Volksheld zurück
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AP

"Shenzhou V": Am 15. Oktober 2003 startete Yang Liwei ins All und kehrte als Volksheld zurück

Nur eines dieser Experimente wurde bislang bekannt: China schickt auch das Sperma von prämierten Schweinen aus der Region Rongchang in den Orbit. Es soll nach der Rückkehr in Experimenten verwendet werden, um herauszufinden, welchen Einfluss Mikrogravitation und kosmische Strahlung auf die Nachkommen haben.

Nach Russland und den USA ist China das dritte Land, das Menschen ins Weltall schickt. Die erste derartige Mission fand im Oktober 2003 statt. Der chinesische Raumfahrer Yang Liwei kehrte damals nach 21 Stunden wohlbehalten auf seinen Heimatplaneten zurück. Den Flug verbrachte er in der Landeeinheit seiner "Shenzhou"-Kapsel. Erstmals sollen die Taikonauten nun im All ihre sperrigen Raumanzüge ausziehen dürfen, um durch eine Luke auch ins Orbitalmodul zu gelangen, wo sie sich die meiste Zeit aufhalten sollen.

Bis 2010 will China auf den Mond landen

Das Raumschiff "Shenzhou VI" ist etwa 200 Kilogramm schwerer als sein Vorgänger und beinhaltet angeblich viele Veränderungen. Es biete Platz für Schlafsäcke, Essenszubereitung, sanitäre Anlagen und wissenschaftliche Experimente, so die Nachrichtenagentur CNS. Die Taikonauten werden sich im Schichtbetrieb abwechseln.

Nach Angaben chinesischer Medien will China bis 2010 eine unbemannte Sonde auf den Mond schicken und eine Raumstation bauen. Die Volksrepublik ist nicht beteiligt am Projekt der Internationalen Raumstation ISS.

China betreibt seit den fünfziger Jahren ein Raketen-Programm und startete seinen ersten Satellit 1970. Die "Shenzhou"-Baureihe basiert auf dem russischen "Sojus"-System.

Ausländische Journalisten lässt die chinesische Regierung nicht in die Nähe der Startbasis in der Wüste Gobi im Nordwesten Chinas. Nur chinesische Reporter dürfen berichten, darunter einige aus Hongkong. Das staatliche Fernsehen soll nach Medienberichten 54 Stunden lang live von der Raummission berichten. Für den Fall des Scheiterns ist eine Dokumentation über fehlgeschlagene Raummissionen anderer Länder vorbereitet.

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