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19.10.2005
 

Mars-Karte

Magnetfeld verrät tektonische Platten

Nasa-Forscher haben erstmals eine komplette Karte des Mars-Magnetfelds erstellt. Die Daten liefern weitere Hinweise dafür, dass der Rote Planet der Erde einst ziemlich ähnlich war.

Der "Mars Global Surveyor" umkreist den Nachbarplaneten seit etwa sechs Jahren, ununterbrochen fotografiert er die Oberfläche und untersucht das Magnetfeld. Schon 1999 lieferte die amerikanische Sonde erste Daten, die vermuten ließen, dass es auf dem Mars tektonische Plattenverschiebungen gab, ähnlich wie auf der Erde. Erst vergangene Woche meldete die Nasa, dass der Mars in einer Phase des intensiven Umbruchs steckt.

Magnetischer Mars: Rote und blaue Flächen auf dieser neuen Nasa-Karte stellen Gebiete mit entgegengesetzter magnetischer Ausrichtung dar
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Magnetischer Mars: Rote und blaue Flächen auf dieser neuen Nasa-Karte stellen Gebiete mit entgegengesetzter magnetischer Ausrichtung dar

Jetzt hat die US-Raumfahrtbehörde erstmals das komplette marsianische Magnetfeld in hoher Auflösung kartiert. Das Ergebnis untermauert die Annahme, dass Gebirge und Gräben auf dem Mars ganz ähnlich wie auf der Erde entstanden sind. Die Kette der Tharsis-Vulkane soll entstanden sein wie etwa die Hawaii-Inseln, erklärte Jack Connerney vom Nasa Goddard Space Flight Center in Greenbelt. Sie könnten sich durch eine Plattenbewegung über einen ortsfesten "Hot Spot" im darunter liegenden Mantel aufgeworfen haben.

Auch Valles Marineris, ein Tal-System, sechsmal so lang wie der Grand Canyon und achtmal so tief, soll sich nach demselben Prinzip aufgetan haben wie der Ostafrikanische Graben. Die magnetische Ausrichtung der Gesteine entlang des Mars-Grabens spreche dafür, so Connerney.

Die Nasa konnte einige vermutete Ränder von tektonischen Platten des Mars anhand von charakteristischen Streifenmustern magnetisierter Gesteine definieren. Wenn zwei Platten auseinander driften, tut sich ein Graben auf, und es tritt Lava aus. Wenn das flüssige Gestein erstarrt, fixiert sich auch dessen magnetische Ausrichtung.

Magnetisierte Streifen wie auf der Erde

Der "Mars Global Surveyor" hat typische Streifenmuster magnetisch unterschiedlich ausgerichteter Gesteine gefunden, wie sie auch entlang des Mittelatlantischen Rückens vorkommen. Connerney folgert daraus, dass es auch auf dem Mars im Laufe von Millionen Jahren eine mehrfache Umkehrung des Magnetfelds gegeben haben muss.

Valles Marineris, fotografiert von der Esa-Sonde "Mars Express": Erdähnlicher Entstehungsprozess
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ESA/ DLR/ FU Berlin

Valles Marineris, fotografiert von der Esa-Sonde "Mars Express": Erdähnlicher Entstehungsprozess

"Es ist sicher keine erschöpfende geologische Analyse", sagte Jack Connerney. "Aber mit der Plattentektonik können wir einige der auffälligsten Merkmale der Marsoberfläche konsistent erklären. Und je mehr Messungen wir bekommen, desto exakter wird die räumliche Auflösung."

Schon im September hatte die Nasa gemeldet, dass die Marsoberfläche sich auch aktuell verändert, was die Forscher auf mögliche Marsbeben und einen Klimawandel zurückführten. Auch seien anhand neuer "Surveyor"-Daten Hinweise auf Gletscher auch in mittleren Marsbreiten gefunden worden, wie James Head von der Brown University in Residence mitteilte. Zu ähnlichen Ergebnissen waren Forscher zuvor schon anhand von Daten der europäischen Sonde "Mars Express" gelangt.

Möglich wurden all diese auf Langzeitbeobachtung basierenden Erkenntnisse nur, weil der "Global Surveyor", ähnlich wie die Mars-Rover der Nasa, viel länger durchhält als ursprünglich geplant. Bereits zum dritten Mal ist seine Mission verlängert worden.

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