Den Namen "Weihnachtsbaum-Cluster" bekam der stellare Kreißsaal von Hobby-Astronomen. Mit kleineren Fernrohren betrachtet, sieht das Gebilde im Sternbild Einhorn aus wie eine auf dem Kopf stehende Tanne - Beleuchtung inklusive.
Neue Infrarot-Aufnahmen des "Spitzer"-Weltraumteleskops zeigen den Baum in völlig neuem Gewand: Gas und Staub werden wie Schnee von einem heftigen Wintersturm durchgewirbelt. Umrahmt wird das Ganze von strahlenden Sternen.
"Hunderte neuer Sterne und Planetensysteme sind in den vergangenen Jahrmillionen bei einem ungeheuren Ausbruch in dieser Sternenfabrik entstanden", sagte Charles Lada vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics.
Mithilfe des "Spitzer"-Teleskops konnten Astromomen nun tief in den ansonsten undurchdringlichen Nebel schauen. Das Infrarotlicht macht die komplexe innere Struktur sichtbar und lässt Wissenschaftler die Geburt von Sternen quasi direkt verfolgen.
Innerhalb des Weihnachtsbaums entdeckten die Forscher ein interessantes Ornament: eine Gruppe junger Sterne, deren Anordnung einer Schneeflocke ähnelt. "Das war eine wunderbare Überraschung für uns", sagte Paula Teixeira vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics.
Die reguläre Anordnung dieser Protosterne gebe neue Hinweise auf Details der Sternenbildung. Die Anordnung bestätige die Theorie, der zufolge der Abstand zwischen Protosternen von Dichte und Temperatur der Materiewolke abhängt.
In jedem Fall handelt es sich bei dem Sternenhaufen um den fernsten Weihnachtsbaum überhaupt: 3000 Lichtjahre sind es bis zum Sternbild Einhorn.
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