Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt und in mehrfacher Hinsicht ein einzigartiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Fünf Prozent aller Tiere und Pflanzen der Erde sind hier beheimatet, viele von ihnen gibt es nirgendwo sonst: 98 Prozent der Landsäugetiere, 92 Prozent der Reptilien, 68 Prozent der Pflanzen und 41 Prozent der Vögel, die es dort gibt, existieren nur - oder nur noch - auf Madagaskar.
So wurden erst kürzlich drei neue Lemuren-Arten und exotische Spinnen auf der Insel entdeckt. Jede weitere Art erlaubt Forschern bessere Einblicke in die Evolution des Lebens.
Auch deshalb gilt der Insel östlich der Südspitze Afrikas die Aufmerksamkeit von Biologen und Ökologen, die die Biodiversität, die biologische Vielfalt, Madagaskars erhalten wollen. Die Vernichtung der Urwälder gilt als größte Bedrohung des einzigartigen Insel-Biotops.
Satellitenbilder wie diese Spektrometer-Aufnahme geben Aufschluss über den Vegetationsgrad, den Zustand der Wälder und die Erosion der Insel. Abgeholzte Flächen erscheinen kahl, freigelegte Berghänge hell. Auch wieviel Erdreich von den Flüssen bei Regen ins Meer geschwemmt wird, ist ein Indikator für die Erosion: Je intakter die Flora ist, desto besser kann sie auch bei starken Regengüssen den wertvollen Mutterboden festhalten. Der Ausschnitt zeigt die Nordwestspitze Madagaskars.
Aufgenommen wurde dieses Bild mit dem Satelliten Proba der Europäischen Weltraumbehörde (Esa). Bei Proba handelt es sich um einen Waschmaschinen-großen Satelliten zur Erdbeobachtung. Er enthält unter anderem ein Spektrometer names Chris (Compact High Resolution Imaging Spectrometer). Damit können Bilder mit einer Auflösung von 18 mal 18 Metern aufgenommen werden..
stx
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