In der Nacht zum vergangenen Sonntag ging in Peking zeitweise gar nichts mehr: Über 300.000 Tonnen Sand und Staub legten sich wie eine Decke über die Metropole und brachten das öffentliche Leben vielerorts zum Erliegen. Es sei der schwerste Sandsturm seit fünf Jahren gewesen, erklärte eine Sprecherin des Pekinger Umweltschutzbüros.
Krankenhäuser in Peking berichteten über einen sprunghaften Anstieg von Patienten mit Atemproblem und ermahnten die Bevölkerung, sich nur mit Mundschutz ins Freie zu wagen. Mehr als 300 Bewässerungsanlagen waren im Einsatz, um rund 30 Millionen Quadratmeter Straßen vom Sand zu befreien.
Der Umweltsatellit Envisat zeigt jetzt die gewaltigen Ausmaße der Sand- und Staubwolke, die sich über weite Teile Nordchinas erstreckt hat. Solche Sandstürme peitschen jedes Jahr zwischen Anfang März bis Ende Mai aus der mongolischen Wüste nach Nordchina heran. Seit einigen Jahren hat sich das Problem allerdings verschlimmert, da große Teile des Landes verwüsten.
Eine Studie des United Nations Environment Programme (Unep) stellte 2004 fest, dass der Nordosten Asiens im Vergleich zu 1950 fünf Mal häufiger von Sandstürmen geplagt wird. Mit zunehmender Verwüstung werde sich das Problem noch verschärfen, erklären Experten. Um die Ausbreitung der Wüsten langfristig zu stoppen, laufen in Peking nun Programme zur Aufforstung gefährdeter Gebiete.
Kurzfristig, so hofft Chinas Zentrales Büro für Meteorologie, könnte vielleicht mit einer anderen Methode gegen Sand und Staub vorgegangen werden: Flugzeuge sollen Wolken mit einem speziellen Salz besprühen und so reinigenden Regen erzeugen. Das in den Wolken enthaltene Wasser kondensiert an Silberjodid-Partikeln – und regnet dann ab. Die Forscher vermuten, dass der künstliche Niederschlag die Luft besonders schnell reinigen würde, da er stärker ist und länger andauert als natürlicher Regen.
ded
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