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20.09.2006
 

"Atlantis"

Astronaut fotografiert mysteriöses Flugobjekt

Noch immer kann die Nasa das Flugobjekt nicht identifizieren, das gestern plötzlich in der Nähe der Raumfähre "Atlantis" aufgetaucht ist - und das jetzt die Landung des Shuttles verzögert. Inzwischen gibt es aber immerhin ein Foto des mysteriösen Begleiters.

Cape Canaveral - Was ist es und könnte es den Hitzeschild beschädigt haben? Oder ist es gar selbst ein Stückchen des Schildes? Das mysteriöse Objekt, das neben der Raumfähre "Atlantis" durchs All fliegt, verursacht den Verantwortlichen am Boden Kopfschmerzen. Nachdem es gestern entdeckt worden war, verschoben sie zunächst die Landung des Shuttles, die ursprünglich für den heutigen Mittwoch morgen (Ortszeit) vorgesehen war. Nun konnte das Besatzungsmitglied Daniel Burbank das Objekt im Foto bannen. Es ist weiß - viel mehr lässt sich allerdings nicht erkennen.

Mysteriöses Objekt neben der "Atlantis"
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DDP / NASA

Mysteriöses Objekt neben der "Atlantis"

Über Nacht ließen die Astronauten an Bord eine Überwachungskamera weiterlaufen, welche die Ladebucht der "Atlantis" im Blick hatte. Das Geheimnis um den Begleiter konnten sie so aber nicht lösen. Heute sollen die Astronauten die US-Raumfähre mithilfe einer anderen Kamera an der Spitze des Roboterarms untersuchen: So können sie auch den schwarzen Hitzeschild an der Unterseite inspizieren. Die Überprüfung werde etwa fünf Stunden dauern, kündigte der Direktor des Shuttle-Programms, Wayne Hale, an.

Dabei geht es auch nicht mehr in erster Linie darum, was der überraschende Begleiter für ein Objekt ist. (Die Nasa geht von einem harmlosen Stück Müll aus.) In erster Linie interessiert sich die US-Weltraumbehörde dafür, ob das Teil Schaden angerichtet hat. Und falls ja, welchen. Zu tief sitzt der Schock des "Columbia"-Absturzes von 2003 in den Knochen der Verantwortlichen. Der Shuttle war beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wegen eines Schadens am Schutzschild verglüht. Die Besatzungsmitglieder starben. In den darauf folgenden Untersuchungen mussten sich Nasa-Manager auch den Vorwurf gefallen lassen, das Unglück hätte mit mehr Umsicht vermieden werden können.

"Atlantis" notfalls noch bis Samstag im All

Das Nasa-Programm mit dem zweckoptimistischen Namen "Return to flight" (Rückkehr zum Flugbetrieb) hatte darum auch weitgehende Inspektionen im All ins Pflichtprogramm jedes Flugs aufgenommen.

Das könnte den Astronauten der jetzigen Mission nun zugutekommen: Sollte eine eingehendere Inspektion erforderlich sein, könne die sechsköpfige Besatzung zusätzlich auf einen Laser und eine weitere hochauflösende Kamera zurückgreifen.

Es gebe zwar keine Hinweise auf einen Defekt, "aber wir wollen sicher sein", dass "wir kein großes Stück des Hitzeschilds vermissen", sagte Hale. Notfalls könne die "Atlantis"-Besatzung bis zum Samstag Warteschleifen um die Erde drehen.

Der Shuttle hatte am Sonntag seinen Rückflug von der Internationalen Raumstation ISS angetreten. Am Mittwoch hätte die "Atlantis" nach elf Tagen im All wieder auf der Erde eintreffen sollen. Bei drei Weltraumspaziergängen hatte die Crew unter anderem geholfen, die Sonnensegel der ISS aufzurichten.

stx/AFP/rtr

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