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27.10.2006
 

Satellitenbild der Woche

Uralter See zwischen Wanderdünen

In den unwirtlichen Weiten der Westmongolei bilden sie wertvolle Feuchtgebiete für durstige Zugvögel: Die Reste riesiger Paläoseen schmiegen sich dort in die Felsen. Doch ständig sind die Seen durch Wanderdünen und heiße Sommer bedroht - denn Zuflüsse gibt es nicht.

Schwarzer See wird diese herbe Schönheit im Westen der Mongolei genannt: Har Nuur. Durch Zentralasien erstreckt sich ein ganzes System solcher Seen. Sie alle haben gemeinsam, dass es weder Zu- noch Abflüsse gibt - Har Nuur ist komplett vom Niederschlag abhängig.

Har Nuur: Im Herbst wichtige Raststätte für Zugvögel im kargen Zentralasien
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NASA

Har Nuur: Im Herbst wichtige Raststätte für Zugvögel im kargen Zentralasien

Den ganzen Sommer über schrumpfte der See, den ISS-Astronauten Anfang September im Vorbeiflug fotografieren konnten. Im Frühling steigt sein Pegel stets aufs Neue wieder an, denn dann fällt in der Region der meiste Regen. Jetzt, im Herbst, bietet der See Zugvögeln einen wichtigen Rastplatz auf ihrer Reise durch das öde, nahrungsarme Zentralasien.

Erst durch das beständige Schrumpfen und Ausdehnen der Wasserfläche entsteht rund um Har Nuur ein einzigartiges Feuchtgebiet. Dieser Kreislauf ist Jahrtausende alt. Forscher wissen: Früher befand sich hier ein deutlich größerer See. Dieser Paläosee begann aber vor ungefähr 5000 Jahren zu schrumpfen - und ließ Har Nuur und seinesgleichen in den Senken der kargen Landschaft zurück.

Die Form der Paläosee-Überbleibsel verändert sich ständig. Am Har Nuur treibt der dominierende Nordwestwind riesige Sanddünen nach Südosten. Sie bedeckten bereits den natürlichen Kanal, der den Har Nuur mit seinem kleinen Nachbarsee Baga Nuur (unten rechts im Bild) verbunden hatte. Nur den Tobhata-Bergen im Westen und Süden ist es zu verdanken, dass die uralten schwarzen Seen nicht gänzlich ungeschützt vor der wandernden Wüste liegen.

stx

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